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Unterleibsschmerzen der Frau

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Veröffentlicht am 24.06.2020

1. Definition von Unterleibsschmerzen der Frau

Viele Frauen haben während der Periode Unterleibsschmerzen. Doch auch andere Ursachen können dafür verantwortlich sein. Welche? Und was hilft dagegen?

Bei Frauen sind Schmerzen im Bereich des Unterleibs häufig eine Begleiterscheinung der Periode oder ein Zeichen für Erkrankungen der inneren Geschlechtsorgane, also der Gebärmutter, der Eileiter oder der Eierstöcke. Doch auch sogenannte nicht-genitale Krankheiten wie ein Harnwegsinfekt oder eine Blinddarmentzündung sind mögliche Auslöser.

Unterleibsschmerzen können plötzlich (akut) auftreten, aber auch chronisch sein. Sie können zum Beispiel im Rahmen des weiblichen Zyklus regelmässig oder bei bestimmten Ereignissen auftreten oder dauerhaft und ereignisunabhängig sein.

Auch die Art der Unterleibsschmerzen ist mitunter sehr unterschiedlich. Sie können kolikartig, drückend, bohrend, dumpf oder scharf sein. Gleichzeitig können Begleitsymptome wie Erbrechen, Stuhlunregelmässigkeiten oder Schwindel auftreten.

Bei Unterleibsschmerzen befragt die Ärztin die Betroffene zunächst ausführlich, um die Diagnose zu stellen. Anschliessend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der sie unter anderem den Bauch abhört und abklopft. Zudem ordnet sie in der Regel Laboruntersuchungen wie Stuhl-, Urin- und Blutuntersuchungen an. Je nach vermuteter Ursache sind teilweise weitere Untersuchungen notwendig.

Die Therapie der Unterleibsschmerzen der Frau richtet sich nach den zugrunde liegenden Ursachen. Sind etwa Nierensteine Auslöser der Beschwerden, entfernt die Ärztin diese. Andere Grunderkrankungen werden entsprechend mit Medikamenten oder operativen Eingriffen behandelt.

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2. Ursachen von Unterleibsschmerzen der Frau

Unterleibsschmerzen während der Periode

Unterleibsschmerzen der Frau können viele verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Ein typisches Beispiel für immer wieder (zyklisch) auftretende, chronische Unterleibsschmerzen sind Schmerzen während der Menstruation. Der Grund dafür ist, dass die Gebärmuttermuskulatur sich während der Periode immer wieder zusammenzieht, um die Schleimhaut abzustossen, die sich im Laufe des vorherigen Zyklus aufgebaut hat.

Gehen die Krämpfe aber mit heftigen Schmerzen einher, sollten die Betroffenen sie von der Gynäkologin abklären lassen. Denn heftige Regelschmerzen (sogenannte Dysmenorrhö) sind oft ein Hinweis auf:

  • eine Überproduktion der Botenstoffe, welche die Gebärmuttermuskulatur zum Zusammenziehen anregen (Prostaglandin-Überschuss),
  • Erkrankungen wie Endometriose oder
  • gutartige Schleimhautwucherungen (Polypen) oder Myome in der Gebärmutter.

Auch wenn viele Frauen heftige Regelschmerzen kennen, bedeutet dies nicht, dass die Betroffenen sie einfach akzeptieren müssen. In den meisten Fällen gibt es Möglichkeiten, die Schmerzen zu lindern.

Eine Frau hält sich eine Wärmeflasche auf dem Bauch.

Bei Unterleibsschmerzen kann Wärme helfen, die Beschwerden zu lindern.

Quelle: Getty Images

Unterleibsschmerzen ausserhalb der Periode

Unterleibsschmerzen, die nicht während der Periode auftreten, können verschiedenste Ursachen haben. Bei manchen Frauen macht sich der Eisprung, der etwa 12 bis 16 Tage vor der Monatsblutung stattfindet, durch ein Ziehen im Unterleib bemerkbar. Darüber hinaus können auch Erkrankungen oder Störungen der weiblichen Fortpflanzungsorgane zu zyklusunabhängigen Unterleibsschmerzen führen, zum Beispiel:

Meist sind Unterleibsschmerzen, die unabhängig von der Periode auftreten, jedoch ein Hinweis auf Erkrankungen anderer Organe des Bauchraums, etwa des Darms, der Harnwege oder der Blutgefässe im Bauchraum (Beckenvenenthrombosen oder Aneurysmen der Bauchschlagader). Darüber hinaus kann sich auch ein Leistenbruch durch Unterbauchschmerzen äussern.

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Unterleibsschmerzen aufgrund von Darmerkrankungen

Mögliche Ursachen für plötzlich auftretende (akute) Bauchschmerzen sind:

Immer wiederkehrende Schmerzen im Unterbauch können auf folgende Erkrankungen hindeuten:

Unterleibsschmerzen bei jungen Mädchen

Manche Mädchen leiden in der Pubertät unter monatlich auftretenden, krampfartigen Schmerzen im Unterbauch, obwohl sie keine Monatsblutung haben. Ursache kann eine vaginale Fehlbildung sein, die verhindert, dass Menstruationsblut aus der Scheide austritt. Dieses sammelt sich dann in der Scheide und kann sich bis in die Gebärmutter zurückstauen. Es gibt verschiedene Formen der vaginalen Fehlbildung:

  • Bei der Hymenalatresie verschliesst das Jungfernhäutchen (Hymen) die Scheide.
  • Bei Mädchen mit einer Vaginalatresie ist ein Teil des Scheidenkanals, meist der obere Abschnitt, nicht richtig ausgebildet.
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Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft

Treten Unterleibsschmerzen auf, während der Schwangerschaft auf, sollte eine Ärztin die Ursachen abklären. Nicht immer sind Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft ein Grund zur Beunruhigung. Vor allem in den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln treten mitunter Unterleibsschmerzen auf, wenn das Kind wächst und sich die Gebärmutter dehnt. Am Ende der Schwangerschaft kündigt sich die Geburt mit heftigen Unterbauchschmerzen, den sogenannten Wehen, an.

Es können aber auch ernst zu nehmende Ursachen vorliegen, wenn Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft auftreten. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Fehl- oder Frühgeburt
  • Ablösung des Mutterkuchens (Plazenta)
  • Riss in der Gebärmutter

Gehen Sie deshalb bei Unterleibsschmerzen während der Schwangerschaft unbedingt zur Ärztin. Sie kann die Ursachen der Unterbauchschmerzen feststellen und entsprechend handeln.

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3. Diagnose von Unterleibsschmerzen der Frau

Bei Unterleibsschmerzen der Frau ist der erste Schritt eine ausführliche Befragung der Betroffenen:

  • Wo genau tut es weh?
  • Kann der Schmerz lokalisiert werden oder strahlt er in die Extremitäten oder den Rücken aus?
  • Wie lange halten die Schmerzen an, wenn sie auftreten: kurz (Sekunden bis Stunden) oder lang (Tage bis Wochen)?
  • Wann und unter welchen Umständen machten sich die Schmerzen im Unterleib zum ersten Mal bemerkbar?
  • Treten die Unterleibsschmerzen regelmässig auf (z.B. vor oder während der Menstruation)?
  • Wie intensiv sind die Schmerzen?
  • Haben Sie weitere Beschwerden? Wenn ja, welche?
  • Sind die Schmerzen dumpf, drückend, bohrend, stechend oder brennend?
  • Treten die Schmerzen nach bestimmten Ereignissen oder in bestimmten Situationen verstärkt auf (z.B. bei Stress, im Liegen, etc.)?
  • Gibt es Nahrungsmittel, welche die Beschwerden verschlimmern?
  • Bessert eine bestimmte Schonhaltung die Schmerzen im Unterleib?
  • Wurden bereits Operationen im Unterleib vorgenommen?

Diese und ähnliche Fragen können der Ärztin einen ersten Hinweis auf die Ursache der Schmerzen im Unterbauch geben.

Der Befragung folgt eine körperliche Untersuchung, bei welcher die Ärztin den Unterbauch abtastet und abhört. Ausserdem veranlasst sie Laboruntersuchungen wie eine Blut-, Urin- und Stuhluntersuchung und bei Frauen im gebärfähigen Alter einen Schwangerschaftstest.

Je nach vermuteter Ursache der Unterleibsschmerzen werden zur Diagnose weitere Untersuchungen durchgeführt, beispielsweise eine gynäkologische Untersuchung, Röntgenuntersuchung des Unterbauchs, eine Ultraschalluntersuchung der inneren Geschlechtsorgane oder ein Nachweis möglicher Erreger im Scheidensekret.

Wichtig ist auch zu wissen, wo genau es weh tut. Das gibt einen ersten Hinweis darauf, welches Organ im Bauchraum möglicherweise betroffen ist und welche Erkrankungen als Ursache infrage kommen.

Eine Blinddarmentzündung verursacht meist zunächst in der Bauchmitte Schmerzen. Wenn die Entzündung weiter fortschreitet, macht sie sich vor allem durch Schmerzen im rechten Unterbauch bemerkbar und strahlt in Richtung Leisten und Nabel aus.

Schmerzen im seitlichen (linken und/oder rechten) Unterbauch sind möglicherweise ein Zeichen für:

Manchmal gehen die Unterbauchschmerzen mit Kreuzschmerzen einher, etwa bei:

4. Therapie von Unterleibsschmerzen der Frau

Bei Unterleibsschmerzen der Frau richtet sich die Therapie nach der jeweiligen Ursache der Unterbauchschmerzen. Bei Menstruationsbeschwerden helfen Schmerzmittel und Wärme zur Linderung. Da Regelschmerzen manchmal auf Krankheiten hindeuten, ist es jedoch wichtig, sie ärztlich abklären zu lassen. Gynäkologen können je nach Ursache Behandlungsmassnahmen vorschlagen, durch die sich die Regelbeschwerden langfristig verringern lassen. Die Antibabypille zum Beispiel kann bei einer hormonellen Störung oder einer Endometriose häufig die Unterbauchschmerzen bessern.

Treten die Schmerzen unabhängig von der Periode auf, entspringen sie möglicherweise anderen Organen im Bauchraum. Welche Therapiemassnahmen dann helfen, hängt von der Erkrankung ab. Bei Harnwegsinfekten helfen Antibiotika. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen werden unter anderem mit entzündungslindernden Medikamenten behandelt. Bei bestimmten Erkrankungen kann auch eine Operation notwendig sein, etwa im Falle einer Blinddarmentzündung.

Bei chronischen Unterbauchschmerzen sind Schmerzmittel nicht dauerhaft von Erfolg. Entspannungsübungen, autogenes Training und Sport können zu einer Linderung der Beschwerden beitragen. Auch eine Psychotherapie oder die Einnahme eines Antidepressivums kommen in Frage.

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