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Unterleibsschmerzen der Frau

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1. Definition

Definition

Unter Unterleibsschmerzen der Frau versteht man alle Schmerzempfindungen im Bereich des Unterleibs.

Sie können vom Darm oder den harnableitenden Organen (zum Beispiel Harnblase), aber auch den inneren weiblichen Geschlechtsorgane (zum Beispiel Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter) ausgehen. Daher ist bei Schmerzen im Unterleib die genaue Lokalisation wichtig. Manchmal strahlen die Unterbauchschmerzen weiter aus, zum Beispiel in die Beine.

Mediziner unterscheiden genitale und nicht-genitale Ursachen von Unterleibsschmerzen. Zu den genitalen Ursachen zählen zum Beispiel Entzündungen der Eierstöcke oder Eileiter (Adnexitis), Schwangerschaften ausserhalb der Gebärmutter (z.B. Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft) oder Myome.

Zu den nicht-genitalen Auslösern von Unterleibsschmerzen bei der Frau gehören zum Beispiel die Blinddarmentzündung (Appendizitis), chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sowie Harnwegsinfekte. Auch anhaltende Verstopfung (Obstipation) kann zu Schmerzen im Unterbauch führen.

Unterleibsschmerzen können plötzlich (akut) auftreten, aber auch chronisch sein. Sie können zum Beispiel im Rahmen des weiblichen Zyklus regelmässig oder bei bestimmten Ereignissen auftreten oder dauerhaft und ereignisunabhängig sein.

Auch die Art der Unterleibsschmerzen ist mitunter sehr unterschiedlich. Sie können kolikartig, spastisch, dumpf oder scharf sein. Gleichzeitig können Begleitsymptome wie Erbrechen, Stuhlunregelmässigkeiten oder bei schweren Grunderkrankungen ein Schockzustand auftreten.

Bei Unterleibsschmerzen befragt der Arzt die Betroffene zunächst ausführlich, um die Diagnose zu stellen. Anschliessend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der er unter anderem den Bauch abhört und abklopft. Zudem ordnet er in der Regel Laboruntersuchungen wie Stuhl-, Urin- und Blutuntersuchungen an. Je nach vermuteter Ursache sind teilweise weitere Untersuchungen notwendig.

Die Therapie der Unterleibsschmerzen der Frau richtet sich nach den zugrunde liegenden Ursachen. Sind etwa Nierensteine Auslöser der Beschwerden, entfernt der Arzt diese. Andere Grunderkrankungen werden entsprechend mit Medikamenten oder operativen Eingriffen behandelt.

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2. Ursachen

Unterleibsschmerzen der Frau können viele verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Ein typisches Beispiel für immer wieder (zyklisch) auftretende, chronische Unterleibsschmerzen sind Schmerzen während der Menstruation (Dysmenorrhö).

Bei Unterleibsschmerzen lassen sich die Ursachen in genitale und nicht-genitale Auslöser einteilen. Zu den genitalen Ursachen von Unterbauchschmerzen zählen beispielsweise:

Beispiele für nicht genitale Ursachen von Unterleibsschmerzen sind:

  • Blinddarmentzündung (Appendizitis)
  • Tumoren, zum Beispiel Dickdarmkrebs, Gebärmutterkrebs
  • Leistenbruch
  • Nierenbeckenentzündung
  • Nierensteine
  • Harnwegsinfekte
  • Invaginationen
  • entzündliche Darmerkrankungen wie zum Beispiel Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
  • Darmverschluss (Ileus)
  • Divertikulitis
  • Reizdarmsyndrom

Ausserdem können Unterleibsschmerzen bei der Frau durch Verwachsungen nach vorherigen Operationen, eine Erweiterung der Bauchschlagader (Aneurysma) oder den Verschluss von Darm versorgenden Gefässen auftreten.

Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft

Treten Unterleibsschmerzen auf, während der Schwangerschaft auf, sollte ein Arzt die Ursachen abklären. Nicht immer sind Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft ein Grund zur Beunruhigung. Vor allem in den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln treten mitunter Unterleibsschmerzen auf, wenn das Kind wächst und sich die Gebärmutter dehnt. Am Ende der Schwangerschaft kündigt sich die Geburt mit heftigen Unterbauchschmerzen, den sogenannten Wehen, an.

Es können aber auch ernst zu nehmende Ursachen vorliegen, wenn Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft auftreten. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Fehl- oder Frühgeburt
  • Fehlbildungen des Mutterkuchens (Plazenta)
  • Riss in der Gebärmutter

Gehen Sie deshalb bei Unterleibsschmerzen während der Schwangerschaft unbedingt zum Arzt. Er kann die Ursachen der Unterbauchschmerzen feststellen und entsprechend handeln.

3. Diagnose

Bei Unterleibsschmerzen der Frau ist der erste Schritt eine ausführliche Befragung der Betroffenen:

  • Treten die Schmerzen im Unterleib zum ersten Mal auf oder dauert er bereits länger an?
  • Kommt er regelmässig im Rahmen des weiblichen Zyklus vor?
  • Kann der Schmerz lokalisiert werden oder strahlt er in die Extremitäten oder den Rücken aus?
  • Welche Mahlzeiten wurden als letztes aufgenommen, bevor die Schmerzen im Unterbauch auftraten?
  • Wurden bereits Operationen im Unterleib vorgenommen?
  • Bessert eine bestimmte Schonhaltung die Schmerzen im Unterleib?

Diese und ähnliche Fragen können dem Arzt einen ersten Hinweis auf die Ursache der Schmerzen im Unterbauch geben.

Der Befragung folgt eine körperliche Untersuchung, bei welcher der Arzt den Unterbauch abtastet und abhört. Ausserdem veranlasst er Laboruntersuchungen wie eine Blut-, Urin- und Stuhluntersuchung und bei Frauen im gebärfähigen Alter einen Schwangerschaftstest.

Je nach vermuteter Ursache der Unterleibsschmerzen werden zur Diagnose weitere Untersuchungen durchgeführt, beispielsweise eine gynäkologische Untersuchung, Röntgenuntersuchung des Unterbauchs, eine Ultraschalluntersuchung der inneren Geschlechtsorgane oder ein Nachweis möglicher Erreger im Scheidensekret.

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4. Therapie

Bei Unterleibsschmerzen der Frau richtet sich die Therapie nach der jeweiligen Ursache der Unterbauchschmerzen. Schmerzmittel helfen bei Menstruationsbeschwerden. Wärme lindert ausserdem krampfartige Schmerzen. Auch die Antibabypille kann häufig die Unterbauchschmerzen bessern.

Bei einer Eileiterschwangerschaft wird die fehlerhaft eingenistete Eizelle operativ entfernt. Wird sie frühzeitig festgestellt, verschreiben Ärzte manchmal alternativ ein Medikament, ein Zellgift, damit die Eizelle abstirbt und abgestossen wird.

Nierensteine als Ursache von Unterbauchschmerzen entfernt der Arzt in den meisten Fällen im Rahmen einer Spiegelung der Harnwege (endoskopisch). Grössere Steine werden vorher mit einer Ultraschallsonde in kleine Stücke zertrümmert.

Sind die Unterleibsschmerzen der Frau Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung, ist immer eine zielgerichtete Therapie dieser Krankheit notwendig.

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