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Zahnfleischbluten

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1. Definition

Definition

Charakteristischer Hinweis auf Zahnfleischbluten sind Blutspuren beim Biss in einen Apfel und rötlicher Zahnpastaschaum nach dem Zähneputzen. Meist ist das Zahnfleisch gleichzeitig geschwollen, dunkelrot verfärbt und sehr druckempfindlich. Es blutet schon bei leichtester Berührung.

Das Zahnfleisch ist ein Bestandteil des Zahnhalteapparats, der für einen funktionierenden Kauvorgang notwendig ist. Es besteht aus einem mehrschichtigen Plattenepithel und kann nicht nachgebildet werden.

Häufig bilden sich gleichzeitig zu den häufigen Blutungen Zahnfleischtaschen aus. Diese können eine Vorstufe der Parodontose sein, die zu einer erhöhten Empfindlichkeit des Zahnhalses, einer Lockerung und schliesslich zum Verlust der Zähne führt.

Zahnfleischbluten kann mit der richtigen Zahnpflege und dem Verwenden einer Mundspülung vorgebeugt werden.

Das bedeutet: täglich zweimal die Zähne putzen, einmal täglich auch die Zahnzwischenräume (mit Bürstchen oder Zahnseide) reinigen und regelmäßig eine medizinische Mundspülung benützen. Dabei ist es wichtig, keine zu harte Zahnbürste zu verwenden und nicht zu viel Zucker zu konsumieren. Darüber hinaus ist ein- bis zweimal jährlich eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt sinnvoll, um die Zähne restlos von ihren Belägen befreien zu lassen. Diese einfachen Maßnahmen wirken nicht nur vorbeugend, sondern helfen bei bestehendem Zahnfleischbluten.

2. Ursachen

Zahnfleischbluten hat meistens entzündliche Ursachen: Häufigste Auslöser sind die Zahnfleischentzündung (Gingivitis) und die Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis), wodurch das Zahnfleisch bei Berührungen (z.B. beim Reinigen der Zähne) zu bluten beginnt. Der Grund hierfür kann eine falsche Zahn- und Mundhygiene sein, die eine Ansammlung von Bakterien zur Folge hat. Schlecht angepasste Zahnprothesen oder Zähneknirschen können ebenfalls zu Entzündungen mit Blutungen des Zahnfleischs führen. Ein plötzliches Zahnfleischbluten beim Zähneputzen kann aber auch ohne Entzündung auftreten, wenn man durch eine zu harte Zahnbürste das Zahnfleisch verletzt hat.

Zahnfleischbluten liegen als Ursache auch oft hormonelle Veränderungen – zum Beispiel während der Schwangerschaft, Pubertät oder Wechseljahre – zugrunde.

Zahnfleischbluten kann außerdem ein Symptom für verschiedene Krankheiten sein. Mögliche krankheitsbedingte Ursachen für blutendes Zahnfleisch sind:

Auch nach einer Überdosierung von Medikamenten zur Blutverdünnung kann es zu Zahnfleischbluten kommen.

3. Diagnose

Wenn es häufig zu Zahnfleischbluten kommt oder sich Zahnfleischtaschen bilden, sollten Sie zum Zahnarzt gehen. Dieser erkundigt sich nach den Beschwerden und Begleitumständen

  • Wann tritt das Zahnfleischbluten auf – beim Zähneputzen oder von selbst?
  • An welcher Stelle blutet es?
  • Haben Sie Mundgeruch oder einen schlechten Geschmack im Mund?
  • Haben Sie locker sitzende Zähne?
  • Sitzt Ihre Zahnprothese gut?
  • Sind Sie schwanger?
  • Haben Sie irgendwelche Erkrankungen?

Der nächste Schritt zur Diagnose besteht darin, das Zahnfleisch gründlich zu untersuchen, um weitere Hinweise auf die Ursache für das Zahnfleischbluten zu erhalten. Mit einem speziellen Messinstrument kann der Zahnarzt die Tiefe der Zahnfleischtaschen messen. Ausserdem kontrolliert er die Blutungsneigung, Verdickung oder einen möglichen Zahnfleischrückgang. Meist erfolgt bei der Diagnose auch eine Röntgenaufnahme, um den Zustand des Kiefers zu untersuchen.

Je nach für das Zahnfleischbluten vermuteter Ursache kommen zur weiteren Diagnose zusätzliche Untersuchungen zum Einsatz, wie beispielsweise eine Blutuntersuchung, eine Knochenmarkspunktion oder eine Ultraschalluntersuchung der Leber und Schilddrüse.

4. Therapie

Bei Zahnfleischbluten hängt die Therapie von der Ursache ab. Wenn Ihr Zahnfleisch vorübergehend aufgrund einer minimalen Zahnfleischentzündung (Gingivitis) leicht blutet, kann womöglich eine Mundspülung mit Chlorhexidin, Salbei- oder Kamilleextrakt oder Einpinseln mit Myrrhe-Tinktur schon wirksam gegen das Zahnfleischbluten sein. Gurgeln Sie die Spülung hierzu zwei Mal am Tag nach dem Zähneputzen 30 Sekunden lang.

Wenn starkes Zahnfleischbluten auftritt, muss nach der Untersuchung des Zahnfleischs der Zahnstein entfernt und die Zähne sowie Zahnzwischenräume gereinigt werden. Bei Bedarf folgt anschliessend eine gezielte Therapie des Zahnhalteapparats – dazu gehört unter anderem: die Zahnfleischtaschen reinigen und entzündetes Gewebe entfernen.

Zahnfleischbluten kann auch Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung wie zum Beispiel einer Leukämie oder einem Vitamin-C-Mangel sei. In dem Fall ist eine gezielte Behandlung dieser Krankheit notwendig, um das Zahnfleischbluten zu stoppen.