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1. Definition

Definition

Zahnschmerzen gehören zu den häufigsten Schmerzen. Sie erfordern meist den Besuch beim Zahnarzt.

Zahnschmerzen können sich langsam in ihrer Intensität steigern oder auch sehr plötzlich als starke Zahnschmerzen auftreten. Viele Menschen leiden aber auch dauerhaft oder immer wieder unter schmerzenden und empfindlichen Zähnen.

Beim Zahnschmerz gehen die Schmerzen von den Nerven der Zähne aus. Der Hauptnerv ist der fünfte Hirnnerv (Trigeminusnerv). Von ihm zweigen sich Seitenäste ab, welche die Zähne versorgen. Entzündungen, Druck, Wärme- und Kältereize, Verletzungen und bestimmte Substanzen können diese Nerven reizen oder schädigen und den Zahnschmerz auslösen.

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2. Ursachen

Zahnschmerzen kann verschiedene Ursachen haben. Meist sind Entzündungen der Zähne, des Zahnfleischs oder des Zahnhalteapparats für die Schmerzen verantwortlich. Auch Behandlungen beim Zahnarzt wie eine Füllung oder Wurzelbehandlung können Ursache von Zahnschmerzen sein. Hierbei sind Zähne und Zahnfleisch meist gereizt – sobald die Reizung abklingt, gehen Zahnschmerzen nach Füllung oder Wurzelbehandlung meist von alleine vorüber. Weitere mögliche Ursachen für Zahnschmerzen können sein:

  • Parodontose und Parodontitis
  • Zahnkaries
  • Zahnfleischentzündung (Gingivitis)
  • Zahn- und Kieferverletzungen
  • Frontzahnschäden
  • Kiefer- und Zahnfehlstellungen
  • Kieferzysten
  • Zahngranulome
  • Durchbruch der Zähne bei Kindern
  • Durchbruch der Weisheitszähne
  • Zahnungsprobleme
  • Zähneknirschen

Darüber hinaus kann Zahnschmerz auch von anderer Stelle im Körper her ausstrahlen, etwa bei einer Mittelohrentzündung, bei Kopfschmerzen oder sogar vom Brustkorb ausgehend bei Herzerkrankungen.

3. Diagnose

Bei starken oder länger anhaltenden Zahnschmerzen ist eine Diagnose durch den Zahnarzt wichtig. Er geht den Ursache für die Schmerzen auf den Grund geht. Haben Sie Ihren Zahnarzt aufgrund von Zahnschmerzen aufgesucht, sollten Sie ihm so genau wie möglich schildern, wo es weh tut (z.B. ein bestimmter Zahn) und seit wann die Schmerzen bestehen. Auch eventuelle Vorerkrankungen der Zähne, Implantate oder ein Zahnersatz spielen bei Zahnschmerzen für die Diagnose eine wichtige Rolle.

Nach dem Gespräch wird der Zahnarzt einen Blick in Ihren Mund werfen und die Zähne und das Zahnfleisch mit einem kleinen Spiegel, Sonden und weiteren zahnärztlichen Instrumenten gründlich untersuchen. Hier fallen oft schon Entzündungen, Verletzungen oder Zahndefekte als Ursache der Zahnschmerzen auf. Es kann ausserdem sinnvoll sein, Röntgenaufnahmen einzelner Zähne oder des gesamten Gebisses anzufertigen.

Neben dieser zahnärztlichen Diagnostik bei akutem Zahnschmerz empfiehlt sich die regelmässige Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt, um Zahnproblemen schon frühzeitig vorzubeugen.

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4. Therapie

Bei Zahnschmerzen richtet sich die Therapie nach der Ursache der Schmerzen.

Was tun bei Zahnschmerzen?

Bei Zahnschmerzen empfiehlt es sich in jedem Fall, einen Termin beim Zahnarzt zu vereinbaren. Dieser kann die Ursachen der Schmerzen aufspüren und gegebenenfalls Defekte der Zähne behandeln. Achten Sie in jedem Fall darauf, Ihre Zähne sorgfältig zu pflegen und täglich Zahnseide zu benutzen.

Starke Zahnschmerzen erfordern eine zeitnahe Therapie durch den Zahnarzt. Um die Zeit bis zum Zahnarzt-Termin zu überbrücken, eignen sich eingeschränkt auch Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente (z.B. bei Zahnfleischentzündung). Medikamente lindern zwar starke Zahnschmerzen vorübergehend, bekämpfen aber nicht deren Ursache. Ausserdem sollte man Schmerztabletten nur kurzfristig und in Rücksprache mit dem Arzt anwenden.

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Die eigentliche Zahnbehandlung richtet sich nach der Ursache der Zahnschmerzen. Die Bandbreite reicht dabei von zahnerhaltenden Massnahmen bis hin zur Zahnentfernung. Welche Behandlung bei Zahnschmerzen jeweils notwendig ist, entscheidet der Zahnarzt anhand des Befunds. So entfernt der Zahnarzt beispielsweise bei einer Zahnkaries, wenn möglich, den Kariesherd mit dem Bohrer und versorgt den entstandenen Defekt mit einer Zahnfüllung.

Leichte Zahnschmerzen können zum Beispiel auf Defekte im Zahnschmelz zurückgehen. Bei Genuss von besonders kalten, heissen, harten oder süssen Speisen tritt kurzfristig Zahnschmerz auf. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt beraten, inwieweit eine bei dieser Art von Zahnschmerzen eine Therapie möglich ist. Sorgfältige Zahnpflege mit der richtigen Putztechnik ist bei leichten Zahnschmerzen besonders wichtig. Bei empfindlichen Zähnen sollten Sie Bleaching oder «weissende» Produkte nur nach Rücksprache mit Ihrem Zahnarzt anwenden. Eventuell empfiehlt der Zahnarzt zur Therapie leichter Zahnschmerzen durch geschädigten Zahnschmelz Fluorid-Präparate oder er trägt zusätzlich einen speziellen Schutzlack auf.

Hausmittel bei Zahnschmerzen

Hausmittel können einen Zahnarzt-Besuch nicht ersetzen, aber Zahnschmerzen lindern. Grundsätzlich ist es wichtig, die Ursache von Zahnschmerzen durch den Zahnarzt abklären zu lassen. Schmerzlindernd und abschwellend wirkt als Hausmittel zum Beispiel Kühlen, etwa mit einem kalten Lappen oder Kompressen. Warme Getränke, Kaffee, Alkohol und Nikotin (Rauchen) hingegen verstärken die Schmerzen.

Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen lassen sich generell durch eine gute Mundhygiene und Zahnpflege vorbeugen. Neben der allgemeinen Pflege durch regelmässiges Zähneputzen, Zahnseide, Mundspülungen und Zungenreinigung gilt das sogenannte "Ölziehen" als Hausmittel zur Vorbeugung von Zahnschmerzen und Mundproblemen. Nehmen Sie dazu Pflanzenöl in den Mund und verwenden es wie eine Mundspülung. Ziehen Sie es jedoch mindestens ein bis zwei Minuten durch die Zähne – bis sich eine weissliche Emulsion bildet – bevor Sie das Öl ausspucken. Auch Zerkauen von Nelken und Nelkenöl sind beliebte Hausmittel, die bei Zahnschmerzen und zur allgemeinen Mundhygiene beliebt sind.