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Zittern

(Tremor)
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1. Definition

Definition

Zittern, medizinisch als Tremor bezeichnet, beschreibt eine unwillkürliche, rhythmisch schwingende Bewegung eines oder mehrerer Körperteile.

Dieses Zittern entsteht, wenn sich entgegengesetzt wirkende (antagonistische) Muskelgruppen wiederholt zusammenziehen (kontrahieren). In den meisten Fällen zittern Hände, Füsse, Kiefer, Kopf oder die Stimme.

Zittern kann in verschiedenen Formen auftreten, die sich beispielsweise in ihrer Frequenz, das heisst der Anzahl der Wiederholungen der Bewegung in einer bestimmten Zeiteinheit, unterscheiden. Auch die Bedingungen, unter denen das Zittern ausgelöst wird – in Ruhe, in Aktion, beim Halten, bei un- oder zielgerichteten Bewegungen – ist sehr unterschiedlich.

Die verschiedenen Formen des Zitterns sind:

  • Haltetremor: Beim Hochhalten des betroffenen Körperteils
  • Bewegungstremor: Bei jeder Bewegung des betroffenen Körperteils
  • Intentionstremor: Bei der Annäherung eines Körperteils an ein Ziel
  • Isometrischer Tremor: Beim Heben und Halten eines schweren Gegenstands
  • Aufgabenspezifischer Tremor: Bei bestimmten Tätigkeiten, zum Beispiel bei professionellen Musikern oder Sportlern
  • Ruhetremor: Beim Ruhighalten des betroffenen Körperteils, geht beim Bewegen zurück

Beim Zittern hängt die Therapie individuell von seiner Ursache ab. Der nicht krankhafte (physiologische) Tremor kann, wenn er vom Betroffenen als störend empfunden wird, oft mit Medikamenten behandelt werden. Häufig kann in Fällen des aufgabenspezifischen Tremors auch ein speziell entwickeltes motorisches Training helfen.

Ist das Zittern Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung wie beispielweise der multiplen Sklerose, ist eine gezielte Therapie dieser Krankheit notwendig.

2. Ursachen

Beim Zittern können die Ursachen vollkommen harmlos sein. Es kann aber als Symptom verschiedenster Krankheiten auftreten. Am häufigsten kommt der sogenannte physiologische Tremor vor, der bei Schmerz, Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Antidepressiva), Koffein- oder Alkoholmissbrauch, Angst, Stress, Kälte oder bei Muskelüberanstrengung entsteht.

Bei Zittern kommen ausserdem als Ursachen infrage:

  • Alkohol-, Drogen- oder Tablettenentzug
  • Vergiftung
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • psychische Erkrankungen wie beispielsweise Panikattacken oder Schock
  • Erkrankungen des peripheren Nervensystems, häufig als Folge anderer Krankheiten wie Diabetes mellitus
  • Epilepsie
  • Parkinson
  • Leberversagen
  • Schlaganfall
  • multiple Sklerose

Der aufgabenspezifische Tremor kommt vor, wenn durch eine hochspezialisierte motorische Beanspruchung die Grenze der Koordinationsfähigkeit erreicht wird.

Ausserdem gibt es den sogenannten essentiellen Tremor. Bei dieser Form von Zittern sind die Ursachen noch nicht geklärt. Scheinbar kann er aber vererbt werden. Dieser essentielle Tremor tritt immer isoliert (für sich allein) und nicht als Symptom einer Krankheit auf. Möglicherweise entsteht er durch Störungen der Kleinhirnfunktionen. Selten tritt der primäre orthostatische Tremor auf, der scheinbar aufgrund einer Fehlfunktion des Hirnstamms entsteht.

3. Diagnose

Wer bei Zittern die Ursache im Rahmen einer Diagnose bei einem Arzt abklären lassen will, wird zunächst ausführlich befragt. Wichtig ist hierbei, ob irgendwelche Medikamente eingenommen werden, ob andere Familienangehörige auch unter Zittern leiden, ob Grunderkrankungen bekannt sind oder ob ein Alkohol- oder Drogenmissbrauch besteht. Beim Zittern ist für die Diagnose auch entscheidend, um welche Form eines Tremors es sich handelt.

Zur Standarddiagnostik bei Zittern gehören eine Blutuntersuchung, eine Elektromyographie (EMG) und eine neurologische Untersuchung. Bei dieser werden unter anderem Nervenfunktionen, Sinnesorgane, Reflexe und Koordinationsfähigkeit untersucht.

Je nach vermuteter Ursache des Zitterns sind für die Diagnose mitunter weitere Untersuchungen sinnvoll, zum Beispiel eine Urinuntersuchung, Computer- (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT), Ultraschalluntersuchung, Untersuchung des Hirnwassers (Liquorpunktion) oder eine Elektroenzephalographie (EEG).

4. Therapie

Beim Zittern hängt die Therapie individuell von seiner Ursache ab. Der nicht krankhafte physiologische Tremor kann, wenn er vom Betroffenen als störend empfunden wird, meist mit der Einnahme eines Betablockers behandelt werden. Bei der Behandlung des aufgabenspezifischen Tremors wurden mit der Injektion von Botulinumtoxin Erfolge erzielt. Die Injektionen müssen allerdings regelmässig wiederholt werden. Häufig kann in diesen Fällen auch ein speziell entwickeltes motorisches Training helfen.

Bei essentiellem Zittern mit unbekannter Ursache besteht die Therapie aus Betablockern oder Mitteln gegen Epilepsie (wie zum Beispiel Gabapentin, Primidon). Das Zittern kann zwar nicht geheilt, aber gedämpft werden. Beim orthostatischen Tremor kommen ebenfalls Gabapentin, Primidon und das Benzodiazepin Clonazepam zum Einsatz.

Ist das Zittern Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung wie der multiplen Sklerose oder Schilddrüsenüberfunktion, ist eine gezielte Therapie dieser Krankheit notwendig.