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Zungenbelag

(Belegte Zunge)
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1. Definition

Definition

Eine belegte Zunge beziehungsweise Zungenbelag ist ein Symptom mit vielen möglichen Ursachen – von den wesentlich häufigeren, harmlosen hygienischen Gründen bis hin zu inneren Erkrankungen.

Die Zunge ist ein von Schleimhaut überzogener Muskel im Mund. Sie ermöglicht es vor allem, zu schmecken und zu lecken, zudem spielt sie eine wichtige Rolle für das Sprechen. Auf der Zungenschleimhaut befinden sich sogenannte Papillen, die verschiedene Geschmacksrichtungen wie salzig, sauer, bitter oder süss wahrnehmen.

Zungenbeläge bestehen in der Regel aus alten Zellen, Nahrungsresten und Keimen. Normalerweise wird dieser Zungenbelag beim Essen oder der Mundhygiene «abgerieben». Feste Nahrung und Kauen «peelen» die Zunge sozusagen.

In manchen Situationen wird der Zungenbelag allerdings nicht ausreichend abgeschilfert. Dies ist zum Beispiel bei Personen der Fall, die sich eine Zeit lang nur flüssig ernähren, etwa im Rahmen einer Fastenkur. Eine belegte Zunge kann aber auch ein Zeichen einer unzureichenden Mundhygiene sein.

Manchmal tritt eine belegte Zunge auch bei bestimmten Erkrankungen, Entzündungen, Infekten oder Vergiftungen auf. Eine Infektionskrankheit, die sich durch einen weisslichen Zungenbelag äussert, ist zum Beispiel Soor. Sie wird durch den Pilz Candida albicans verursacht. Sind Erkrankungen für die belegte Zunge verantwortlich, treten mitunter weitere Symptome wie ein Brennen auf der Zunge auf.

Der Belag auf der Zunge kann unterschiedliche Farben haben. So kann die belegte Zunge beispielsweise

  • weiss,
  • schmutzig weiss,
  • gelb,
  • rot,
  • dunkelgrün oder
  • braun bis schwarz erscheinen

Welche Farbe der Belag auf der Zunge hat, kann dem Arzt erste Hinweise darauf geben, ob eine Erkrankung den Zungenbelag hervorruft. So tritt zum Beispiel bei der Infektionskrankheit Scharlach ein himbeerroter Belag auf der Zunge auf. Im Volksmund heisst diese auch «Himbeerzunge». Verursachen Nahrungsreste eine belegte Zunge, richtet sich die Farbe des Zungenbelags nach der jeweiligen Farbe der Speisen.

 

Wissenswertes

  • Eine belegte Zunge ist in der Regel harmlos und erfordert nicht unbedingt eine Therapie.
  • Meist besteht der Zungenbelag aus alten Zellen, Nahrungsresten und harmlosen Keimen.
  • Normalerweise verschwindet dieser Belag beim Essen oder bei der Mundhygiene.
  • Eine belegte Zunge kann ein Zeichen einer unzureichenden Mundhygiene sein, aber auch auf Erkrankungen, Entzündungen, Infekte oder Vergiftungen hinweisen.
  • Der Belag auf der Zunge kann weiss, schmutzig weiss, gelb, rot, dunkelgrün, braun oder schwarz erscheinen.
  • Sind Nahrungsreste Ursache für eine belegte Zunge, richtet sich die Farbe des Zungenbelags nach der jeweiligen Farbe der Speisen.
  • Ein weisslicher Zungenbelag kann auf die Infektionskrankheit Soor hinweisen. Sie wird durch den Pilz Candida albicans verursacht.
  • Fieberhafte Infekte und Magenerkrankungen (wie Magenschleimhautentzündung) sowie sexuell übertragbare Krankheiten (etwa Syphilis) können ebenfalls zu Zungenbelag führen.
  • Eine Zungenentzündung (Glossitis) äussert sich dagegen durch eine glatte rote Zunge mit Zungenbrennen
  • Weitere Ursachen, die einen Zungenbelag hervorrufen, sind Medikamente und GifteZahn- und Zahnfleischkrankheiten (z.B. Parodontitis) sowie Hautkrankheiten und innere Erkrankungen, die sich nicht nur an der Haut, sondern auch an der Mundschleimhaut äussern (wie Pemphigus vulgaris, Lichen ruber).
  • Die sogenannte Landkartenzunge (Lingua geographica) ist durch auffällige landkartenähnliche Veränderungen mit roten, grau-gelblich umsäumten Flecken gekennzeichnet. Die Landkartenzunge ist harmlos – ihre Ursache ist nicht bekannt. 
  • Bei der (schwarzen) Haarzunge handelt es sich um eine Vergrösserung der Zungenpapillen (Hypertrophie der Papillae filiformes).
  • Die vergrösserten Papillen nehmen leicht die Farbe der verzehrten Speisen an und es erscheint ein schmutzig-weisser oder dunkelgrüner bis schwarzer Zungenbelag.
  • Als Krebsvorstufe (Präkanzerose) gilt der Morbus Bowen (Leukoplakie), der in Form von weissen, manchmal auch roten Flecken vor allem an der Mundschleimhaut auftritt. 
  • Die Angst vor Zungenkrebs ist aber in den meisten Fällen nicht begründet, da Zungenbelag kein typisches Symptom für Zungenkrebs ist.
  • Häufig rufen Infektionskrankheiten eine belegte Zunge hervor und sind damit die Ursachen von Zungenbelag, zum Beispiel Diphtherie, bestimmte Typhusformen und Scharlach.
  • Besonders typisch ist der himbeerrote Belag auf der Zunge, der sich bei Scharlach bildet. Im Volksmund heisst dies auch «Himbeerzunge».
  • Auch eine sogenannte Harnvergiftung (Urämie) kann sich durch eine belegte Zunge äussern. Ursachen der Urämie sind Nierenerkrankungen.
  • Um die Ursachen einer belegten Zunge festzustellen, untersucht der Arzt die belegte Zunge und die Mundschleimhaut gründlich.
  • Ausserdem nimmt er einen Abstrich von dem Zungenbelag. Dieser Abstrich wird anschliessend unter dem Mikroskop betrachtet und gegebenenfalls eine Kultur (z.B. Pilzkultur) angelegt.
  • Bei manchen Erkrankungen sind weitere Untersuchungen wie zum Beispiel eine Blutuntersuchung, eine Magenspiegelung (Gastroskopie) oder eine zahnärztliche Untersuchung sinnvoll.
  • Eine belegte Zunge erfordert nicht zwangsläufig eine Therapie.
  • Soll der Zungenbelag behandelt werden, richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache
  • Zungenbeläge aus alten Zellen, Nahrungsresten und Keimen müssen ausreichend «abgerieben» werden. 
  • Bevorzugen Sie feste Nahrung wie Brot und kauen Sie Ihr Essen gründlich. Sie können ausserdem mit einer weichen Zahnbürste oder speziellen Zungen-Peeling-Instrumenten Ihre Zunge abreiben.
  • Liegt dem Zungenbelag eine Pilzinfektion (Soor) zugrunde, können Antipilzmittel (Antimykotika) helfen. 
  • Ist eine bestimmte Krankheit (wie eine Magenschleimhautentzündung) Grund für die belegte Zunge, so ist die spezielle Therapie dieser Grunderkrankung erforderlich.
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In der Regel ist eine belegte Zunge harmlos und erfordert nicht unbedingt eine Therapie.

2. Ursachen

Eine belegte Zunge kann verschiedene Ursachen haben. Der Zungenbelag besteht meist aus alten Zellen, Nahrungsresten und harmlosen Keimen. Ein weisser Zungenbelag kann aber auch durch einen Mundpilz (z.B. Soor) bedingt sein. Fieberhafte Infekte und Magenerkrankungen (wie Magenschleimhautentzündung) können wie sexuell übertragbare Krankheiten (etwa Syphilis) ebenfalls zu Zungenbelag führen.

Eine Zungenentzündung (Glossitis) äussert sich dagegen durch eine glatte, rote Zunge mit Zungenbrennen. Auch Medikamente und Gifte können einen Zungenbelag hervorrufen (z.B. Bleisaum, Wismutsaum).

Vermehrter Zungenbelag und damit eine belegte Zunge kann weitere Erkrankungen als Ursachen haben, zum Beispiel Zahn- und Zahnfleischkrankheiten (z.B. Parodontitis) sowie Hautkrankheiten und innere Erkrankungen, die sich nicht nur an der Haut, sondern auch an der Mundschleimhaut äussern (wie Pemphigus vulgaris, Lichen ruber).

Die sogenannte Landkartenzunge (Lingua geographica) ist durch auffällige landkartenähnliche Veränderungen mit roten, grau-gelblich umsäumten Flecken gekennzeichnet. Die Landkartenzunge ist harmlos und ihre Ursache ist nicht bekannt.

Bei der (schwarzen) Haarzunge handelt es sich um eine Vergrösserung der Zungenpapillen (Hypertrophie der Papillae filiformes). Die vergrösserten Papillen nehmen leicht die Farbe der verzehrten Speisen an und es erscheint ein schmutzig-weisser oder dunkelgrüner bis schwarzer Zungenbelag.

Als Krebsvorstufe (Präkanzerose) gilt der Morbus Bowen (Leukoplakie), der in Form von weissen, manchmal auch roten Flecken vor allem an der Mundschleimhaut auftritt. Die Angst vor Zungenkrebs ist bei Zungenbelägen aber in den meisten Fällen unbegründet. Der Zungenkrebs ist ein relativ seltener bösartiger Tumor, der durch Alkohol, Tabak und andere potenziell krebserregende Stoffe verursacht wird. Zungenbelag ist bei Zungenkrebs jedoch nicht typisch.

Häufig rufen Infektionskrankheiten eine belegte Zunge hervor und sind damit die Ursachen von Zungenbelag, zum Beispiel:

Auch eine sogenannte Harnvergiftung (Urämie) kann sich durch eine belegte Zunge äussern. Ursachen der Urämie sind Nierenerkrankungen bis zum Nierenversagen (Niereninsuffizienz).

3. Diagnose

Wenn Sie über eine belegte Zunge berichten, wird der Arzt zunächst einige Fragen stellen, um weitere Hinweise auf eine mögliche Diagnose zu erhalten:

  • Seit wann besteht der Zungenbelag?
  • Haben Sie weitere Beschwerden wie Zungenbrennen, Zungenschmerzen?
  • Sind Vorerkrankungen bekannt, die zu Zungenbelag führen können?
  • Wie ernähren Sie sich derzeit?
  • Rauchen Sie?


Zudem schaut sich der Arzt die belegte Zunge an und untersucht die Mundschleimhaut gründlich. Dazu nimmt er unter Umständen auch einen Abstrich von dem Zungenbelag. Dieser Abstrich wird anschliessend unter dem Mikroskop betrachtet und gegebenenfalls eine Kultur (z.B. Pilzkultur) angelegt.

Bei manchen Erkrankungen, die eine belegte Zunge hervorrufen können, sind weitere Untersuchungen sinnvoll – zum Beispiel:

  • Blutuntersuchung
  • Magenspiegelung (Gastroskopie)
  • zahnärztliche Untersuchung

4. Therapie

Eine belegte Zunge ist meist harmlos und erfordert nicht in jedem Fall eine Therapie. Soll der Zungenbelag behandelt werden, richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache.

Zungenbeläge aus alten Zellen, Nahrungsresten und Keimen müssen ausreichend «abgerieben» werden:

  • Bevorzugen Sie feste Nahrung wie Brot und kauen Sie Ihr Essen gründlich.
  • Sie können außerdem mit einer weichen Zahnbürste oder speziellen Zungen-Peeling-Instrumenten Zungenhygiene betreiben und Ihre Zunge abreiben.

Liegt dem Zungenbelag eine Pilzinfektion (Soor) zugrunde, können Antipilzmittel (Antimykotika) helfen. Ist eine bestimmte Krankheit (wie eine Magenschleimhautentzündung) Grund für die belegte Zunge, ist die spezielle Therapie dieser Grunderkrankung erforderlich.

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