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Zyanose

(Blaufärbung der Haut und Schleimhäute)
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1. Definition

Bei einer Zyanose sind die Haut – vor allem an Lippen und Fingernägeln – und die sichtbaren Schleimhäute (z.B. Augenbindehaut) bläulich verfärbt. Ursache einer Zyanose ist ein Sauerstoffmangel im Blut. Im Volksmund wird die Zyanose auch Blausucht genannt.

Die blaue Verfärbung der Haut kommt zustande, weil sich der rote Blutfarbstoff Hämoglobin bei Sauerstoffmangel bläulich-violett verfärbt. Das Blut ändert dadurch seine Farbe und schimmert nicht mehr hellrot sondern bläulich durch die Haut.

Eine Zyanose ist ein Symptom unterschiedlicher Erkrankungen. Herzerkrankungen können zum Beispiel eine Zyanose verursachen. Mediziner sprechen dann von einer sogenannten kardialen Zyanose (kardial = das Herz betreffend). Eine pulmonale Zyanose (pulmonal = die Lunge betreffend) liegt hingegen vor, wenn es durch Störungen der Lungenfunktion zu Sauerstoffmangel im Blut kommt. Beide Formen – kardiale und pulmonale Zyanose – können auch miteinander kombiniert vorliegen.

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Neben der Einteilung in kardial und pulmonal unterscheidet man zwei Formen der Zyanose voneinander: zentrale Zyanose und periphere Zyanose. Bei der zentralen Zyanose ist der Sauerstoffgehalt im arteriellen Blut vermindert. Schwere Lungenerkrankungen oder Herzfehler – also Erkrankungen der zentralen Organe – oder ein niedriger Sauerstoffgehalt der Luft sind typische Ursachen für eine zentrale Zyanose.

Bei der peripheren Zyanose hingegen ist der Sauerstoffgehalt im arteriellen Blut normal, dafür im venösen und kapillären Blut vermindert. Dadurch fällt die bläuliche Färbung an sogenannten peripheren Körperteilen wie Händen oder Füssen auf. Als Ursachen für die periphere Zyanose kommen zum Beispiel Durchblutungsstörungen oder ein langsamer Blutfluss zum Beispiel durch Kälte, Blutgefässerkrankungen, Venenstauung, Herzschwäche oder Kreislaufversagen infrage. Bei einer schlechteren Durchblutung kommt auch weniger Sauerstoff im peripheren Gewebe an und es entsteht ein Sauerstoffmangel. Die sichtbare Folge ist die periphere Zyanose.

Der Arzt kann die periphere und die zentrale Zyanose voneinander unterscheiden, indem er die Zunge des Betroffenen betrachtet: Ist die Zunge rosig, handelt es sich um eine periphere Zyanose – ist die Zunge ebenfalls bläulich, liegt eine zentrale Zyanose vor.

2. Ursachen

Eine Zyanose kann verschiedene Ursachen haben. Allen ist gemeinsam, dass sie den Sauerstoffgehalt im Blut senken. Der Blutfarbstoff Hämoglobin erscheint dann nicht mehr hellrot, sondern schimmert bläulich durch die Haut.

Eine kurzzeitige und vorübergehende Zyanose kann sich zum Beispiel bei starker Kälte an den Lippen und Fingernägeln als Zeichen einer kältebedingten Minderdurchblutung äussern. Wichtige Zyanose-Ursachen sind aber vor allem Herz- und Lungenerkrankungen oder die Kombination daraus.

Herzkrankheiten, die eine Zyanose hervorrufen können, sind zum Beispiel:

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  • angeborene Herzfehler (z.B. fallotsche Tetralogie)
  • Herzklappenfehler
  • koronare Herzerkrankung (KHK)
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzentzündungen (z.B. bakterielle Endokarditis)
  • Herztumoren

Zu den Lungenerkrankungen, bei denen eine Zyanose auftreten kann, gehören:

  • chronische Bronchitis
  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Asthma bronchiale
  • Lungenemphysem
  • Bronchiektasen
  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Lungenfibrose

3. Diagnose

Bei Zyanose spielt die Blick-Diagnose eine wesentliche Rolle: Wenn dem Arzt beim Betrachten des Patienten die bläuliche Verfärbung der Haut und Schleimhäute auffällt, kann er auf eine Zyanose schliessen und weitere Diagnose-Verfahren einleiten. Denn: Eine Zyanose deutet auf eine zugrundeliegende Herz- oder Lungenerkrankung hin. Der Arzt muss in seinen weiteren Untersuchungen nun nach den Ursachen für die Zyanose suchen.

Um bei einer Zyanose die Ursache herauszufinden und damit die Diagnose zu sichern, stellt der Arzt zunächst einige Fragen (Anamnese), zum Beispiel:

  • Seit wann sind Haut und Schleimhäute blau verfärbt?
  • Wurden bei Ihnen bereits Herz-oder Lungenerkrankungen festgestellt, z.B. KHK, Herzschwäche, Asthma bronchiale?
  • Nehmen Sie Medikamente ein und wenn ja, welche?

Im Rahmen der Zyanose-Diagnose ist auch eine gründliche körperliche Untersuchung wichtig. Dabei schaut sich der Arzt die Haut und Schleimhäute genau an, hört Herz und Lungen ab und entnimmt eine Blutprobe.

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Mit einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs kann er Form, Grösse und Zustand von Herz und Lungen beurteilen und Hinweise auf Erkrankungen erkennen. Im Elektrokardiogramm (EKG) erkennt der Arzt, ob möglicherweise Herzschäden vorliegen.

Besonders wenn eine Zyanose bei bereits bekannten Herz- oder Lungenerkrankungen neu auftritt, kann eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) oder eine Lungenfunktionsprüfung ratsam sein.

Je nach Befund sind zusätzliche Untersuchungen notwendig: Dazu gehören zum Beispiel eine Angiokardiographie (Röntgendarstellung der grossen Herzgefässe und der Herzinnenräume), eine Koronarangiographie (Darstellung der Herzkranzgefässe, auch Herzkatheter-Untersuchung genannt), nuklearmedizinische Untersuchungen (Szintigraphien) oder eine Kernspintomographie (MRT).

4. Therapie

Bei der Zyanose-Therapie geht es darum, die Ursachen für die bläuliche Verfärbung der Haut und Schleimhäute zu diagnostizieren und zu behandeln. Der Zyanose liegen häufig Erkrankungen des Herzens oder der Lunge zugrunde, die den Sauerstoffgehalt im Blut senken: Bei zum Beispiel KHK (koronarer Herzkrankheit), Herzschwäche, Herzklappenfehlern, chronischer Bronchitis, COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), Asthma bronchiale reichen die Behandlungsmöglichkeiten von Allgemeinmassnahmen (wie Bettruhe) über Medikamente bis hin zu operativen Eingriffen.

Bei Zyanose ist zusätzlich zur Therapie der Grunderkrankung oft ratsam, den Patienten Sauerstoff einatmen zu lassen (z.B. über eine Nasensonde). Dadurch gleicht man den Sauerstoffmangel, der die Blaufärbung hervorruft, wieder aus.