1. Home
  2. Gesundheit
  3. Wohlfühlen & Prävention
  4. Schönheit ab 50: Makellose Männlichkeit

Schönheit ab 50Makellose Männlichkeit

Möglichst lange jung und attraktiv aussehen: Die Pflegelinien für Männer boomen, und bereits jeder fünfte Kunde der ästhetischen Chirurgie in der Schweiz ist männlich.

Immer jung und schön: Viele Männer rasieren den ganzen Körper, gehen regelmässig zur Kosmetikerin und trainieren im Fitnessstudio.
von aktualisiert am 20. September 2017

Seit den neunziger Jahren werben ästhe­tische und spärlich bekleidete Männer­körper auf Plakaten für Unterwäsche und Parfüm. Stars pflegen den sogenannten met­rosexuellen Look und propagieren Verhaltensweisen, die einst eher dem ­Lebensstil von Frauen oder dem Klischee des homosexuellen Mannes zugeordnet wurden: Sie rasieren den ganzen Körper, gehen regelmässig zur Kosmetikerin und trainieren im Fitnessstudio.

Mode und Medien haben die männliche Körperpflege längst salonfähig gemacht. Für viele Männer gelten ein jugendliches Gesicht und ein sportlicher Körper auch als Karrierefaktoren. Das ist mit ein Grund, dass sich immer mehr Männer nicht mit den äusseren Zeichen des Älterwerdens abfinden wollen und Hilfe beim Schönheitschirurgen suchen.

Wodurch wird Männerhaut strapaziert?

Die Kosmetikindustrie hat den Mann schon vor über zehn Jahren als Zielgruppe entdeckt. Die Auswahl an spezifischen Pflegecremen für ihn ist zwar kleiner, doch die Zahl der Pflegelinien wächst. Auch Männer haben Hautprobleme, wie etwa zu fettige, zu trockene oder gerötete Haut. Was viele nicht wissen: Männerhaut ist anders aufgebaut als die Haut der Frauen. Sie ist etwa 20 Prozent dicker und robuster, stärker durchblutet und produziert mehr Talg. Daher benötigt sie auch eine Pflege, die weniger Fett und mehr Feuchtigkeit enthält. Der Griff in den Cremetopf der Partnerin kann deshalb kontraproduktiv wirken. Strapaziert wird die Männerhaut vor allem durch die ultravioletten Strahlen der Sonne und die tägliche Rasur des Barthaars.

In der Regel sind langwierige Schönheits- und Pflegerituale nicht die Sache des Mannes. Für viele beschränkt sich die tägliche Schönheitspflege maximal auf die Rasur und das kurze Wangentätscheln mit Aftershave. Allzu ausführliche Anwendun­gen von Cremen, Peelings, Lotionen oder Masken sind den meisten zu aufwendig, zu zeitraubend oder schlicht zu mühsam. Manchen harten Kerl plagt auch die Angst, durch übertriebene Pflege unmännlich zu wirken. Dies widerspiegelt sich auch in der Werbung für Männerkosmetika. Während Cremen für Frauen mit den Faktoren Anti-Aging, Verwöhnen und Luxus be­worben werden, geht es bei den Pflegeprodukten für die Männerhaut bedeutend sachlicher, praktischer und unkomplizier­ter zur Sache: Statt zu schmeichelnden Cremen greift der Mann zu energiespendenden Gelen für den Frischekick der Haut oder zu Roll-on-Sticks mit Koffein ­gegen Augenringe.

Powerbehandlungen für Gestresste

Weil für viele Männer ein gepflegtes Erscheinungsbild dazugehört, findet man sie auch immer öfter als Kunden in Well­nessoasen oder bei der Kosmetikerin, wo sie sich pflegen und verschönern lassen. Oft buchen sie gleich ein ganzes Schönheitsweekend in einem Wellnesshotel mit Massagen, Gesichtspflege, Maniküre und Pediküre. Denn viele Männer haben im Alltag gar keine Zeit für Wellness, weil sie permanent unter Druck stehen. Speziell für gestresste Manager bieten deshalb einige Kosmetikstudios eine Businesspflege über Mittag an. Die Powerbehandlungen für die Haut, die meist weniger als eine Stunde dauern, umfassen ein Peeling, das Einmassieren eines Wirkstoffkonzentrats, eine Gesichtsmaske oder -massage. Einige Männer nehmen dieses Angebot wegen Haut­problemen in Anspruch, andere wollen frischer aussehen oder einfach mal wieder ent­spannen. Auch das Zupfen der Augenbrauen gehört zur Basispflege. Männer wollen natürlich, aber gepflegt wirken.

Soll man die Spuren des Älterwerdens zu verwischen versuchen – oder alles so belassen, wie es wächst? Diese Frage stellt sich fast jedem Mann früher oder später auch beim Thema Haare.

Stehen Sie zu Alterserscheinungen!

Doch aufgepasst: Was für Männer aus dem Showbusiness passen mag, kann bei Otto Normalverbraucher schnell angestrengt und lächerlich wirken. Allzu offensichtlich gefärbte Haare oder die immer zum Scheitern verurteilten Versuche, eine Glatze mit Hilfe von drapierten Haarsträhnen zu verstecken, führen meist zum Gegenteil – sie lassen einen Mann älter aussehen, als er ist. Viel souveräner wirkt es, bei sich lich­tender Haarpracht die Haare ganz kurz zu schneiden, eine sexy Glatze stehen zu lassen oder sich über die ergrauenden Haare einfach zu freuen. Sie wirken auf viele Frauen attraktiv. Oder hat jemals jemand gehört, dass sich der Schauspieler George Clooney die Haare färbt? Eben.

Worunter Männerhaut am meisten leidet

Zu wenig Feuchtigkeit: Schon ab ­Mitte 30 verliert die Männerhaut langsam und kontinuierlich die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu binden. Tägliches ­Duschen oder Waschen mit Wasser und Seife sorgt häufig für eine zu trockene Haut im Gesicht und am ganzen Körper, weil damit immer wieder der schützende Fettfilm entfernt wird. Waschen mit einer rückfettenden Lotion und ­regelmässiges ­Eincremen mit einer harnstoffhaltigen Lotion versorgt die Haut mit der benö­tigten Feuchtigkeit.

Sonne: Der grösste Feind der Haut ist die Sonne. Weil Sonnenbrände die Hautalterung fördern, sollte man sich konsequent schützen. Ein Grund mehr, Tagescremen zu benutzen, die häufig schon einen Lichtschutzfaktor enthalten. Wer sich länger im Freien aufhält, sollte die der Sonne ausgesetzten Hautpartien zusätzlich mit einer Sonnenschutzcreme mit ausreichendem Schutzfaktor eincremen.

Ungesunder Lebensstil: Zu wenig Schlaf, schlechte Ernährung und Stress zeigen sich auch auf der Haut. Gönnen Sie sich Ruhezeiten, essen Sie ausge­wo­gen, bewegen Sie sich viel, trinken Sie genügend Wasser. Die Haut wird es ­Ihnen danken.

Rauchen: Schon kleine Mengen Nikotin sorgen dafür, dass die Haut ­weniger mit Nährstoffen versorgt wird. Die Haut von Rauchern wird schneller rau, ­spröde, grobporig und faltig.