Die Schweizerinnen und Schweizer zeigen Zähne. Rund 70 Prozent der Bevölkerung gehen jedes Jahr freiwillig zum Zahnarzt, mit erfreulichen Folgen: Die Zahl der Zahnerkrankungen nimmt laufend ab. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass es dank dem starken Rückgang von Karies und Zahnfleischerkrankungen möglich geworden ist, «die Auswirkungen von Zahnkrankheiten auf den Körper zu untersuchen», sagt der Zürcher Präventivzahnmediziner Ulrich Saxer.

Heute ist erwiesen, dass besonders Parodontitis, die Entzündung des Zahnfleisches, heikel ist. Erwachsene verlieren dadurch weit häufiger ihre Zähne als durch Karies. Und, so Saxer: «Neuere Studien haben gezeigt, dass Parodontitis ein bedeutender Risikofaktor für Herzkrankheiten, Hirninfarkt und untergewichtige Frühgeburten ist.»

«Zähne zugrunde geputzt»

Hauptursache für die Erkrankung ist ungenügende Mundhygiene. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen: Zum einen werden viele nachlässiger, zum anderen haben sie zunehmend Mühe, ihre Bewegungen zu koordinieren. Laut Saxer schlampen oft auch Jugendliche beim Zähneputzen, «wenn sie von den Eltern nicht hin und wieder kontrolliert werden und andere Dinge im Kopf haben».

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Auf der anderen Seite gibt es eine grosse Zahl von Leuten, «die ihre Zähne regelrecht zugrunde putzen», sagt Dentalhygienikerin Susie Heuberger. «Das Zahnfleisch zieht sich zurück, und es entstehen Rillen auf den Zähnen.» Gemäss Saxer zeigen sich bei sechs von zehn Erwachsenen kleinere und grössere Schäden, die durch übermässige Zahnhygiene verursacht sind.


Deshalb gilt es, einige Grundsätze zu beachten:

  • Höchstens zwei- bis dreimal täglich die Zähne putzen, idealerweise nach den Hauptmahlzeiten.

  • Intensiven Putzern empfiehlt sich eine elektrische Schallzahnbürste: Damit lässt sich der Druck besser kontrollieren.

  • Die Zahnzwischenräume sollten einmal täglich gereinigt werden, und zwar vor dem Zähneputzen.

  • Unmittelbar nach dem Genuss säurehaltiger Speisen und Getränke (Früchte, Salat, Cola) sollten die Zähne nicht geputzt werden, sonst wird der Zahnschmelz abgetragen.

  • Nur ungesüsste Getränke zwischen den Mahlzeiten trinken.

  • Zucker ist die grösste Gefahr für die Zähne. Wer dennoch nicht auf Süssigkeiten verzichten kann, sollte die Schleckereien nach den Hauptmahlzeiten essen und danach die Zähne putzen. Eine mögliche Alternative ist zuckerfreier Kaugummi: Er regt den Speichelfluss an, erhöht den pH-Wert im Mund und hemmt das Bakterienwachstum.

  • Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten beugt Zahnerkrankungen zusätzlich vor.

Am besten lässt man sich bei einem Zahnarzt oder einer Dentalhygienikerin einen persönlichen Putzplan erstellen», rät Ulrich Saxer. Neben der Instruktion, wie die Zähne korrekt zu putzen sind, entfernt eine Dentalhygienikerin auch allfälligen Zahnstein, reinigt Wurzeloberflächen und Zahnfleischtaschen und poliert Füllungen oder Zahnoberflächen. Eine Stunde kostet rund 150 Franken.

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Wer zusätzlich einmal im Jahr zur zahnärztlichen Kontrolle geht, braucht Karies, Parodontitis und andere Zahnerkrankungen kaum mehr zu fürchten. «Die Gesundheit der Zähne sollte wie in der chinesischen Medizin betrachtet werden», sagt Saxer. «Die Menschen gehen zum Arzt, bevor sie krank werden.»

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