Mit einer totalen Autobahnblockade provozierten der Lega-Chef und sein Kompagnon Flavio Maspoli 1991 einen 120 Kilometer langen Stau auf der A2. Der Protest richtete sich gegen Geschwindigkeitsbeschränkungen.


Zur Peinlichkeit geriet derselbe Plan 1992. Die Wiederholung der Aktion scheiterte am schwachen Aufmarsch der Getreuen und an einer massiven Polizeipräsenz.


1995 setzte der Lega-Boss das damals 19-jährige Pornosternchen Sandy Balestra auf die Grossratsliste der Lega. «Porno-Sandy», wie sie der «Blick» nannte, wurde ins Kantonsparlament gewählt, musste aber 1998 zurücktreten. Sie war wegen leichterer Drogendelikte zu einer bedingten Gefängnisstrafe verurteilt worden. Bignasca, der auch als Besitzer eines Stundenhotels bekannt wurde, räumte ein, dass Sandys Kandidatur «nicht sehr glücklich» gewesen sei.


1998 attackierte Bignasca einen Vertreter der Volcker-Kommission, der auf der Suche nach nachrichtenlosen Vermögen von Holocaust-Opfern die Tessiner Kantonalbank aufgesucht hatte. Der Mann sei ein «Vertreter der jüdischen Lobby», schrieb Bignasca, und er empfehle ihm für seine nächsten Ferien das «Hotel Buchenwald in Dachau, das von einem sympathischen Herrn mit Schnäuzlein geführt wird». Die Tessiner Staatsanwaltschaft verurteilte Bignasca wegen Verletzung der Antirassismus-Strafnorm zu einer Geldbusse. Das Solothurner Druckereiunternehmen Vogt-Schild gab den Druckauftrag für den «Mattino» zurück.


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Ende Juli 1999 erregte der Lega-Boss mit einer Karikatur von Bundespräsidentin Ruth Dreifuss landesweit Abscheu. Dreifuss wurde als üppige Sexbombe dargestellt. Bignasca kritisierte damit die finanzielle Unterstützung der Schweiz für die Flüchtlinge aus dem Kosovo. Der Tessiner FDP-Ständerat Dick Marty kritisierte Bignasca darauf: Diese Attacke erinnere ihn an die Anfänge des italienischen Faschismus.