Daniel Schmied, Inhaber des Zürcher «Zauber- & Theaterparadieses», ­traute seinen Augen nicht: Das Paket mit Schminkmaterialien war mit Rechnungen von Globus-Kunden ausgepolstert. Darauf sah er, dass L. N. aus Bern Schuhe auf Kredit gekauft hatte, mit ihren Raten in Verzug war und Globus noch 2627.05 Franken schuldet. «Das darf doch nicht sein, dass man so sorglos mit sensiblen Daten umgeht», sagt Schmied. Man habe nur das Verpackungsmaterial verwendet, das eine Recyclingfirma geliefert hatte, sagt der Lieferant, die Spielzeugwarenhandlung Max Bersinger AG.

Re­cyc­ling­unternehmer Reto Schnider aus Engelburg SG fällt aus allen Wolken, als er via Beobachter vom fatalen Fehler in seinem Betrieb erfährt. «Das darf nicht passieren, und das wird auch nicht mehr passieren», versichert er. Die Rollen mit Andrucken aus einer Druckerei würden künftig konsequent vernichtet. Konsterniert reagiert die Globus-Chefetage. Den externen Drucker treffe keine Schuld, er arbeite seit 15 Jahren «tadellos» für Globus. Weitere Rollen mit Fehl­drucken habe er inzwischen bei der Recyclingfirma abholen lassen, sagt Globus-Sprecherin Marcela Palek.

Wie viele Globus-Rechnungen in falsche Hände gelangt sind, ist nicht klar. ­