«Aufhören kam für mich schlicht nicht in Frage.» Catharina Giese, 20, rührt den Löffel im Kaffee und schüttelt energisch den Kopf. Ihr «Baby», die Firma Primecut, hatte im Rahmen von Young Enterprise Switzerland (YES!) als Miniunternehmung der Kantonsschule Wohlen AG nationale und internationale Wettbewerbe gewonnen und damit viel Medienpräsenz erhalten. «Ein enormer Startvorteil», weiss sie. Doch ihre Schulkollegen wollten die Firma nach Projektende liquidieren, wie dies üblich ist. Also suchte sich Catharina neue Partner und gründete mit dem Biologiestudenten Reto Marending und den Wirtschaftsstudenten Daniel Böni und Claudio Büttler (im Bild von links), alle drei 22, die Primecut GmbH. Für das Startkapital von 20'000 Franken schlachteten sie ihre Sparschweine, «weil wir kein fremdes Geld riskieren wollten». Den Betrag haben sie aber längst wieder reingeholt. Die Idee hinter Primecut ist so einfach wie bestechend: Aus alten Zeitungen machen die vier neue Gürtel und Tragtaschen. Jedes Exemplar ist ein Einzelstück.

Im Züriwerk, einer Arbeitsstätte für Menschen mit Behinderung in Zürich, werden Zeitungsschlagzeilen in diversen Sprachen auf Folien geklebt. Eine Sattlerei näht sie dann auf Blachenstoff und fertigt daraus Gürtel und Taschen in verschiedenen Grössen. Den Transport übernimmt Produktionschef Reto gleich selber. Über zehn Läden in der ganzen Schweiz haben bereits Newsbelts, einige auch Newsbags im Angebot. Allerdings sind vor allem bei den Taschen die Margen für die Läden noch zu wenig attraktiv. «Unsere Herstellungskosten sind zu hoch», sagt Daniel. Es ist die Produktion, die bisher am meisten Sorgen bereitete, insbesondere die Suche nach Lieferanten, die kleine Mengen liefern. «Wir haben das zeitlich unterschätzt», sagt Catharina. Zwei Monate lang hätten sie nach einem Lieferanten für die Gürtelschnallen gesucht. Fündig wurden sie in Kroatien – und sie schielen bereits nach China, wo sich auch der Rest billiger herstellen lässt.

www.primecut.ch

Quelle: Renate Wernli