«Nötig haben sie meinen Unterricht alle. In vier bis fünf Stunden bringe ich den Einbürgerungskandidaten das ABC der Schweizer Staatskunde bei. Für diesen Zweck habe ich eigens ein kleines Lehrmittel erarbeitet. Das gehen wir gemeinsam durch, und ich streiche ihnen die Passagen an, die sie wirklich wissen müssen. Die Leute können wählen, ob wir den Unterricht bei mir in der Stube oder bei ihnen zu Hause durchführen sollen. Die Ausländerinnen und Ausländer sind durchwegs nette, interessierte und dankbare Leute, und die meisten empfinden meinen Unterricht nicht als etwas Nachteiliges.

Zuweilen beklagt sich einer, dass die Einbürgerung in anderen Kantonen einfacher sei. Denen sage ich, dass das im Kanton Schwyz nun mal so ist. Das ist auch ein Teil unserer Demokratie. Aber auch mir gefällt nicht, was heute an den Urnenabstimmungen passiert.

Als ich vor 22 Jahren mit den Kursen begann, waren Ablehnungen die Ausnahme. Heute ist es schon fast die Regel. Es gibt leider Leute, die fremdenfeindlich abstimmen. Ich hoffe, dass der Kanton das Verfahren ändert und die Abstimmung von der Urne weg an die Gemeindeversammlung holt. Dort müssen die Leute wenigstens offen zu ihrer Meinung stehen. Ich rede mit meinen Gesprächspartnern viel darüber; über die Stimmung im Volk und über die Möglichkeit, abgelehnt zu werden.

Auf der andern Seite höre ich auch die Einheimischen, die sagen: Warum brauchen die jetzt auch noch den Pass? Auch das verstehe ich.»

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