Benjamin Pütter will Produkte ohne Kinderarbeit zertifizieren lassen. Das hat schon einmal funktioniert: 1995 wurde das Teppichsiegel «Rugmark» entwickelt – damit verbunden sind unangemeldete Stichproben durch örtliche Kontrolleure.

Das Prinzip soll jetzt auf Steine übertragen werden: Man sagt Ja zu Steinen aus Indien – aber ohne Kindersklaven und ohne Schuldknechtschaft. Das Gütesiegel namens «XertifiX» soll demnächst unter dem Vorsitz des ehemaligen deutschen Arbeitsministers Norbert Blüm lanciert werden. Wer es verwendet, verpflichtet sich, in einen Fonds einzuzahlen.

Mit dem Geld soll die Infrastruktur vor Ort verbessert werden. Damit könnte zur Regel werden, was heute noch eine löbliche Ausnahme ist: die Associated Stone Industries (ASI) im Bundesstaat Rajasthan (www.asistone.com). Die Firma existiert seit 1945. Für die 5000 Arbeiter gibt es Siedlungen, eine Klinik, freie Schulen für die Kinder und sogar ein eigenes College. Auf dem Weltmarkt ist die Firma trotz diesen Investitionen wettbewerbsfähig, wie die Gewerkschaftszeitung der deutschen IG BAU, «Der Grundstein», recherchiert hat.

Anzeige