9_00_e_heizung.jpgÖl, Gas, Strom oder Holz? Für viele Wohneigentümer ist das Thema Heizen eine reine Preisfrage. Der ökologische Aspekt bleibt auf der Strecke.

Sowohl bei der Anschaffung als auch in Bezug auf die jährlichen Energiekosten gelten Öl- und Gasheizungen als preiswert. Im direkten Vergleich ist der Einbau einer Ölheizung etwas teurer als ein System mit Gas; andererseits liegen beim Öl die Energiekosten tiefer.

Sinkende Strompreise aufgrund der Liberalisierung im Strommarkt dürften auch den Elektroheizungen wieder Auftrieb geben; sie sind einfach einzubauen und können selbst in einem abgelegenen Chalet in den Bergen eingesetzt werden. Fürs Eigenheim sind Elektroheizungen bereits ab etwa 4000 Franken zu haben.

Die Elektrizitätswirtschaft wirbt neuerdings damit, dass Elektroheizungen für Niedrigenergiehäuser besonders gut geeignet seien, um den noch verbleibenden restlichen Energiebedarf zu decken. Andererseits darf nicht vergessen werden, dass bei einer Elektroheizung der Preis pro Kilowattstunde relativ hoch ist.

Falsches Lüften frisst Energie
«Eine Elektroheizung verursacht hohe volkswirtschaftliche Kosten», sagt Heini Glauser, Architekt und Energie-Ingenieur in Windisch AG. Wegen der Abwärmeproduktion bei zentralen thermischen Kraftwerken und den Verteilverlusten hält Glauser Elektroheizungen für «ineffizient».

Sind also fossile Brennstoffe wie Öl und Gas zu bevorzugen? Deren Nachteile: Sie sind nicht erneuerbar und stossen CO2 aus. Doch Öl- und Gaskessel sind technisch stark verbessert worden, so dass sich die Luftbelastung heute in Grenzen hält.

Hausbesitzer, die sich bei ihrer Heizung für Öl oder Gas entscheiden, können den Energieverbrauch und den Schadstoffausstoss stark senken, indem sie ihr Haus mit einer guten Wärmedämmung ausstatten. Verstärkt wird dieser positive Effekt mit einer kontrollierten Wohnungslüftung, die dem Gebäude laufend Frischluft zuführt und die Energieverluste durch zu häufiges oder falsches Lüften einschränkt.

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Eine gute Wärmedämmung und eine automatische Lüftung bedeuten vor allem auch ein Plus an Wohnkomfort. Ein Minergie-Haus (Zertifikat für Häuser mit sehr niedrigem Energieverbrauch) mit etwa 120 Quadratmetern Wohnfläche verbraucht pro Jahr für den Wärmebedarf nur gerade noch halb soviel Heizöläquivalente wie 12000 Fahrkilometer mit dem Auto. Und ebenfalls nur die Hälfte an Energie, die für eine Reise mit dem Flugzeug in die USA benötigt wird.

Minikraftwerk im eigenen Haus
Zu den energieeffizienten Systemen zählen Wärmepumpen, die zwar Strom verbrauchen, aber pro Stromeinheit sehr viel Wärme erzeugen können und somit einen Beitrag zu mehr Ökologie leisen. Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Blockheizkraftwerke, die auch bei Einfamilienhäusern eingebaut werden können. Hier werden bei der Verbrennung eines fossilen Energieträgers zugleich Wärme und Strom erzeugt.

Als wirtschaftlich gelten heute überdies Anlagen mit Sonnenkollektoren kombiniert mit einer Öl-, Gas- oder Holzheizung. Kollektoren mit einer Fläche von sechs bis acht Quadratmetern reichen aus, um den Warmwasserbedarf eines Einfamilienhauses im Sommer zu decken.

Daneben sind Holzöfen, Cheminees und Pellets-Heizungen (zu Granulat verarbeitetes Sägemehl) im Trend. Holz ist in der Schweiz in genügendem Mass vorhanden. Viele Leute schätzen bei diesem Energieträger ganz einfach die damit verbundene Behaglichkeit eines Cheminees oder Holzofens in der Stube.

Generelle Empfehlungen für die Sanierung einer Heizung gibt es kaum. Denn je nach Gebäude und Lage sind unterschiedliche Lösungen sinnvoll. Erdgas etwa ist nicht überall verfügbar. Für einen Öltank fehlt allenfalls der Platz. Und in der Stadt scheidet eine Holzheizung meist aus, weil sich die Holzvorräte nirgends stapeln lassen. Wer mit der Sanierung seiner Heizung konfrontiert ist, sollte als erstes bei der kantonalen Energiefachstelle Informationen einholen. Eine telefonische Erstberatung ist gratis.

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