Am selben Tag, an dem Hertha Schütz in Kölliken ihren 37. Geburtstag feierte, bewilligte der Kanton Aargau an ihrem Wohnort den Bau einer Kehrichtdeponie. Das war am 19. März 1976. Inzwischen ist Hertha Schütz 25 Jahre älter, und in der früheren Tongrube modert kein Kehricht, sondern eine chemische Mixtur mit Katastrophenpotenzial: Eines der wichtigsten Trinkwasserreservoire des Landes ist bedroht.

Dass in der Grube aber nur 500000 Tonnen Altlasten lagern und nicht noch 250000 mehr und dass im Bach unterhalb der Deponie die Fische bloss acht Mal starben und nicht häufiger, ist zu einem grossen Teil das Verdienst von Hertha Schütz. Über Jahre protestierte sie gegen die Lastwagen, die giftige Abfälle in die Tongrube kippten.

Resultat: 1985, früher als geplant, musste die Deponie geschlossen werden. Die Müllhalde wurde bald mit einer Magerwiese überdeckt, doch die schöne Oberfläche genügte Hertha Schütz nicht. Sie, 1999 für den Prix Courage des Beobachters nominiert, kämpfte weiter. Nun ist ihr Ziel erreicht: Nach langem Hin und Her sowie Investitionen von 350 Millionen Franken für den Unterhalt wird der Giftberg saniert. Kosten: mindestens 250 Millionen Franken. 2011 soll der Sondermüll endlich beseitigt sein.

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