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ImmobilienmarktKritik an SNB und Bundesrat

Kritik an SNB und Bundesrat
HEV Schweiz prognostiziert Abkühlung im Immobilienmarkt. Bild: Thinkstock Kollektion

Im Interview mit der «Handelszeitung» kritisiert HEV-Direktor Ansgar Gmür die Nationalbank und den Bundesrat. Deren Massnahmen zur Abkühlung des Immobilienmarktes kämen um Jahre zu spät.

von Handelszeitungaktualisiert am 2014 M07 10

«Die Zahlen sind eindeutig», sagt Ansgar Gmür, Direktor des Hauseigentümerverbands Schweiz, im Interview mit der «Handelszeitung». Der Hauseigentümerverband (HEV) rechnet mit einer Preisentwicklung von minus 0,5 bis 1 Prozent beim Wohneigentum, in Genf sogar mit minus zehn Prozent. Nur noch in der Region Basel steigen die Zahlen. Doch der HEV-Direktor geht mit der Bankiervereinigung und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hart ins Gericht. Diese hätten erst jetzt begriffen, dass Banken seit geraumer Zeit fast jeder Person im blinden Vertrauen Hypotheken gaben. Der HEV habe immer wieder beobachtet, wie Immobilien absichtlich zu hoch bewertet wurden, damit die Banken grössere Hypotheken vergeben konnten. «Die SNB hätte die Banken in Bezug auf ihre zum Teil verantwortungslose Hypothkenvergabe viel früher warnen sollen», sagt Gmür und kritisiert, dass die Empfehlungen und Regeln erst jetzt kommen.

Der Bundesrat gefährdet «soft landing»

Als ebenso riskant sieht der HEV-Direktor den Vorschlag des Bundesrats, dass Hypotheken nicht mehr mit Pensionskassengeldern finanziert werden dürfen. «Die Preise werden zwangsläufig steigen, weil alle, die den Kauf einer Immobilie in Erwägung ziehen, auf ihre Pensionskassengelder zurückgreifen werden, bevor es ihnen verboten wird», warnt Gmür im Interview. Die Bundesregierung provoziere damit einen Anstieg der Preise beim Immobilienkauf, womit das genaue Gegenteil eines «soft landing» erreicht würde.

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