Bewegen wird sich die Arteplage Jura. Sie ist ein Schiff, fährt ohne Plan von Arteplage zu Arteplage und hat die Piratenflagge gehisst. Che Guevara, Mutter Teresa, Helvetia, Andy Warhol und andere sind Galionsfiguren und bieten dem Besucher 23 Poeten aus 23 Ländern, Vollmond-expeditionen zu den schönsten Plätzen der Drei-Seen-Landschaft, Diskussionen und Theater. Am Protestsong-Festival kann auch die unmusikalische Expo-Besucherin ihre Protestnote im «Labberlabor» der Berner Hip-Hop-Formation l-deep deponieren.



Sehen werden die Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung Blindekuh in Murten nichts. In völliger Dunkelheit erfahren sie aber, wie wichtig ihre anderen Sinne sind, wenn der Gesichtssinn ausfällt. Und wie gut es tut, einen Blinden neben sich zu haben, der einem hilft, den nächsten Schritt zu tun ein Rollentausch gegen die Ausgrenzung. Die Gastgeber sorgen dafür, dass ihre Gäste die Dunkelheit nicht als Bedrohung empfinden, und akustische Events machen das Hören ohne Sehen zum eindrücklichen Erlebnis.



Sich durch die Welt riechen und immer dem Vanilleduft folgen können Gourmets in der Ausstellung Manna in Neuenburg. Der süsse Vanilleduft entströmt 21 aufblasbaren Löffelbiskuits. Diese formen einen Riesenpudding von 48 Meter Durchmesser und 15 Meter Höhe. Darin befindet sich ein Garten mit wohlriechenden Kräutern, Gemüse, Blumen und einer duftenden Riesenerdbeere. Das Schlaraffenland regt Besucherinnen und Besucher an, ihre Ernährungsgewohnheiten zu hinterfragen und sich Gedanken zu machen über Natürliches und Künstliches.



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In Staunen versetzen soll das Panorama der Schlacht von Murten die Betrachterinnen und Betrachter. Das Rundbild aus dem 19. Jahrhundert wurde eigens für die Expo renoviert und zeigt das wilde Schlachtgewühl jenes historischen Junitags anno 1476 auf über 111 Meter Länge. Präzise Details, raffinierte Perspektiven und Atmosphäre verführen zu einer neuen Lust am Schauen. Im Monolith von Murten sind noch zwei weitere Panoramen zu bestaunen. Beide machen klar, wie unterschiedlich die Realität in Bilder übersetzt werden kann.



Lieben bedeutet Glück. Auf der Wolke in Yverdon können ein Du und ein Ich sich für 24 Stunden vereinen und daraus ein kleines Fest machen. Die Ausstellung dazu heisst «Oui!». Das Projekt bietet unter anderem: die Registrierung der Namen, einen Warteraum, dann einen langen Steg mit farbigen Stützen, auf dem immer nur ein Paar hinaus auf den See flaniert. Den Wunsch nach Verbundenheit und den Mut, diesen öffentlich zu machen, müssen die beiden Liebenden selbst mitbringen. Und wenn sich zwei spontan finden: «Tant mieux!» Für Hochzeits- und andere Nächte stehen auf dem ganzen Expo-Gelände Modulhotels bereit.



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Mit Pinocchio und Robotern spielen kann man auf der Piazza Pinocchio in Neuenburg. Die Expo widmet dem kleinen, hölzernen Kerl ein Projekt, das in Kindern die Lust am Erwachsenwerden mit Fantasie und Schlitzohrigkeit wecken soll. Sie können sich interaktiv mit Fragen um Gehorsam und Freiheit, Spiel und Arbeit beschäftigen. Die Piazza befindet sich auf einem hölzernen Hügel und soll magischer Ort von Geschichten sein.



Im Empire of Silence müssen die Besucher schweigen. Einzige Regel der Ausstellung in Biel: Du sollst nicht sprechen. Empfangen wird man von 110 farbigen Augen, die einem zublinzeln und auf Bewegung reagieren. Die Herausforderung, nicht zu reden, ist gross und verheisst zuerst Harmonie und Frieden. Doch dann bricht Finsternis herein, die Stille wird beklemmend und schwer wie Blei. Für das 20-minütige Erlebnis wurde eigens ein Drehbuch verfasst; neben den Besuchern helfen Schauspielerinnen und Schauspieler, den Bann des Schweigens zu brechen.

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Hier können Sie sich informieren:

Der offizielle Expo-Führer: Arteplages, Ausstellungen, Events, Karten, Fahrpläne, Schlafen, Essen, Trinken. Für 15 Franken an Bahnhöfen, Kiosken und in Buchhandlungen erhältlich.



Es wird empfohlen, pro Tag nicht mehr als zwei Arteplages einzuplanen. Zudem finden auf den Arteplages insgesamt 1800 Events statt. Die meisten sind gratis, für den Rest sind Tickets bei Ticket-Corner erhältlich (www.ticketcorner.ch).



www.expo.02.ch:

Bilder und Texte zu den Ausstellungen und zur Geschichte der Expo.02



Allgemeine Informationen für Familien und Einzelpersonen: Telefon 0900 02 02 02 (Fr. 0.50/Min.)



Allgemeine Informationen für Gruppen, Vereine, Firmen: Telefon 0901 02 02 02 (Fr. 0.70/Min.)



SBB-Fahrpläne, Unterkünfte: Telefon 0900 300 300 (Fr. 1.19/Min.)



Infos zur Region: Aare Seeland Tours, Telefon 0844 833 899

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