16_00_bp_inline.jpgMenschen auf Skates haben in den letzten Jahren unaufhaltsam die Schweizer Städte erobert als neue Attraktion locken nun grosse Touren quer durchs Land oder von Stadt zu Stadt. Da wird die Suche nach der geeigneten Strecke natürlich immer wichtiger. Einige Verlage haben die Marktlücke erkannt und mehrere Karten und Routenführer auf den Markt gebracht. Festgelegt sind bisher Touren mit einer Gesamtlänge von 700 Kilometern. Ganz einfach war die Routenlegung aber nicht: Skaterinnen und Skater gelten rechtlich nämlich nicht als Verkehrsteilnehmer, da Inline-Skates als Spiel- und Sportgeräte verstanden werden. Das hat zur Folge, dass die Skate-Strecken nicht ausgeschildert werden dürfen. Die Routen folgen deshalb, wenn immer möglich, dem Velonetz. Stark befahrene Strassen oder Hauptstrassen sind für die Skater jedoch verboten.

Die Situation könnte sich bald ändern, da der Bund das Projekt «Neue Mobilitätsformen im öffentlichen Strassenraum» lanciert hat, in dem der zunehmenden Bedeutung des Inline-Skatings Rechnung getragen werden soll. «Die heutigen Auflagen von Gesetzesseite her sind mühsam», findet Andreas Schaad, Experte in der Ausbildung von Skate-Instruktoren. «Da muss ein Spagat gemacht werden zwischen dem Wünschenswerten und dem rechtlich Korrekten. Ich wünsche mir eine Inline-Skating-Signalisation entlang der Routen.»

Inline-Skating macht nicht nur Spass, sondern trägt auch zur Fitness bei. Laut Andreas Schaad läuft man als Skater im hohen Pulsbereich, was gut für die Fettverbrennung ist. Zudem sei Skaten ein ausgezeichnetes Krafttraining: Vom Rumpf abwärts würden alle Muskeln trainiert, insbesondere Rücken, Gesäss und Oberschenkel. Und das alles erst noch gelenkschonend. Zahlbar ist der Spass ebenfalls: Für Schuhe, Helm, Hand-, Ellbogen- und Knieschoner müsse mit 500 bis 700 Franken gerechnet werden. Die Inline-Schuhe halten drei bis vier Saisons. Nur das Rollenmaterial sollte einmal pro Saison ausgewechselt werden Kostenpunkt: etwa 80 Franken. Günstiger sei eigentlich nur noch Joggen oder Baden, meint Schaad. Damit bei der Tour auch alles klappt, muss sorgfältig im Voraus geplant werden. Schaad kann ein Lied davon singen. Der 35-jährige Inline-Profi war von 1985 bis 1994 aktiver nordischer Kombinierer. Seit mehr als zehn Jahren ist er begeisterter Speed-Skater. Hier seine Ratschläge für eine erfolgreiche Ausfahrt:

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Tourenführer: Beim Kauf von Karten und Broschüren sollte darauf geachtet werden, wie die Strecken beschrieben sind und welche Zusatzinformationen angeboten werden. Anhand eines Beispiels aus der eigenen Region merkt man sehr schnell, ob gut und genau recherchiert wurde. Karten, die so gezeichnet sind, dass sie der Fahrtrichtung folgen und während der Fahrt nicht gedreht werden müssen, sind einfacher zu benützen als Karten, auf denen Norden immer oben ist.


Sichere Routen: Die meisten Führer beschreiben Routen im Flachland. Am gefährlichsten für Skaterinnen und Skater sind starkes Gefälle und Anstiege, heikle Bodenbeläge wie Kies und Pflastersteine sowie dichter Verkehr. Solche Gefahrenzonen sollten sich in den Führern höchstens mal als kurze Uberbrückungsmomente finden. Wer einen Routenführer kauft, kann damit rechnen, dass die beschriebenen Touren für einen einigermassen sicheren Fahrer ungefährlich sind.


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Bremsen/Gleiten: Vor der ersten Tour sollte man unbedingt einen Bremskurs bei einem Inline-Instruktor besucht haben. Schulen und Kurse gibt es fast überall in der Schweiz. Ein Technikkurs fürs Gleiten verschönert jede Tour, da man mit der richtigen Technik schneller vorwärts kommt und die Umgebung besser geniessen kann.


Ausrüstung: Das Material sollte auf dem besten Stand sein: Bequeme Schuhe, Hand-, Knie- und Ellbogenschoner und ein Helm gehören zur Grundausrüstung. Gute Sportbekleidung ist wichtig: Eine dünne Windjacke, ein Regenschutz und ein T-Shirt zum Wechseln sollte man dabei haben. In den Rucksack gehören zudem eine kleine Apotheke, Sandalen zum Wechseln, Sonnenschutz, Werkzeug, Verpflegung, etwas zu trinken, Geld und ein Handy für Notfälle. Nicht zu vergessen: eine Brille gegen Fahrtwind und Mücken.


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Schuhwahl: Eher zu empfehlen sind Softskates. Sie sind bequem und bieten den grössten Komfort. Am Anfang sind sie zwar etwas weniger stabil, eignen sich für Touren aber wegen des Flex, der Vorlage nach vorn, am besten. Für Kinder gibt es heute übrigens bereits vierfach grössenverstellbare Softschuhe. Bei den Schonern und dem Helm sollte man auf keinen Fall sparen. Der Helm ist sehr wichtig, denn mit Kopfverletzungen ist absolut nicht zu spassen.


Fitness: Eine allgemein sportliche Person muss sich nicht speziell vorbereiten. Wer ab und zu joggt, Fitnesstraining betreibt oder Fahrrad fährt, braucht kein Training. Zuerst sollte man mit kürzeren Touren beginnen und sich dann langsam und massvoll steigern.

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