Beobachter: Wo bauen Sie Ihren Stoff an?

Sven G.: Ich habe einen kleinen Garten, der meinen Eigenbedarf deckt. Den Rest verkaufe ich im Freundeskreis. Damit finanziere ich mir den Konsum. Ich rauche täglich etwa drei Gramm «Gras», was sehr viel ist.

Kevin A.: Mein Hors-sol-Hanf gedeiht im Keller. Das ganze Anbauset ist in den meisten Hanfläden erhältlich und kostet rund 1000 Franken, inklusive Beleuchtung und Bewässerung. Dazu kommen noch die Kosten für die Stecklinge. Dafür kann ich vier- bis sechsmal pro Jahr ernten. Die Qualität ist Spitze. Ich rauche höchstens zwei Gramm pro Tag. Den Rest verkaufe ich im Freundeskreis. Damit decke ich gerade meine Ausgaben.

Beobachter: Welche Qualität erhält der Durchschnittskonsument?

Kevin A.: Wer im Freundeskreis Hanf bezieht, erhält meistens eine sehr gute Qualität. In den Hanfläden wird Stoff guter Qualität verkauft, allerdings zu hohen Preisen. Strassenhändler hingegen bieten oft miserable Qualität zu überrissenen Preisen an.

Sven G.: Qualität hat natürlich ihren Preis. Für wirkliches Spitzengras zahlt man bis 16 Franken pro Gramm. 95 Prozent der Konsumenten kaufen ein Gramm aber für weniger als zehn Franken.

Beobachter: Konsum, Handel und Anbau sind noch immer verboten. Merken Sie etwas davon?

Kevin A.: In Zürich habe ich den Eindruck, dass sich die Polizei nicht um Konsumenten kümmert, die in privaten Räumen kiffen. Wers offen, etwa am See, tut, kann Probleme bekommen. Von meinem und Svens Anbau wissen nur unsere Freunde.

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Sven G.: Zürich ist liberal. Schlimm ists im Aargau. Dort werden sogar Züge kontrolliert. Auch im Tessin und in der Romandie mit Ausnahme von Genf ist man eher restriktiv. Aber verglichen mit Deutschland schneidet die Schweiz recht gut ab.

Beobachter: Ein Produzent wurde verurteilt, 1,2 Millionen Franken Gewinn dem Staat abzuliefern. Sind solche immensen Gewinne üblich?

Kevin A.: Es hat einzelne Händler und Produzenten gegeben, die gross abgesahnt haben. Wobei 100 Prozent Gewinn in Hanfshops durchaus üblich sein dürften. Üblich ist auch, dass sie gegenüber den Steuerbehörden nur einen Teil des Umsatzes angeben.

Beobachter: Sie beide rauchen seit 13 Jahren Hanf. Sind Sie gesundheitlich angeschlagen?

Sven G.: Dieses Gefühl habe ich gar nicht. Hanf ist zwar nicht unschädlich, aber weniger schädlich als die legalen Drogen.

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Beobachter: Wie gross ist denn die Hanfgemeinde?

Kevin A.: Das weiss ich nicht. Aber ich kenne einfach niemanden unter 40, der noch nie gekifft hat.