«Frauen an die Mäuse» ist ein etwas anderer Internetkurs: 12 jugendliche Frauen begleiten 24 Seniorinnen auf ihren ersten Schritten ins Netz. Die Seniorinnen lernen im eigenen Tempo und im persönlichen Kontakt von Frau zu Frau. Im Gegenzug erfahren die Juniorinnen, wie ihre Fähigkeiten geschätzt werden, und verdienen sich erst noch ein Taschengeld dabei.

Dieser Kurs ist eines von vielen generationenübergreifenden Projekten, die auf der Internetplattform www.generationen.ch vorgestellt werden. Die Liste reicht vom Erzählworkshop über das «Generationennetzwerk Umwelt» bis zur «Drei-Generationen-Modeschau am Quartierzmorge». Auch über das Patenschaftsprojekt «mit mir» (siehe Haupttext) ist auf www.generationen.ch mehr zu erfahren.

«Immer wieder steht der ‹Kampf der Generationen› als Drohung im Raum», sagt Esther Enderli von der reformierten Kirche Bern, welche die Internetplattform realisiert hat. Doch an vielen Orten werde daran gearbeitet, dass das Verhältnis zwischen den Generationen gut ist und bleibt. «Das wollten wir mit unserer Plattform öffentlich machen.» Besonders um das negativ gefärbte Bild vom Alter in der Öffentlichkeit zu verändern, brauche es persönliche Begegnungen.

«Aber Solidarität ist dennoch kein Einbahnverkehr von Jung zu Alt», sagt Enderli. Auch die Älteren müssten ihre Verantwortung wahrnehmen, zum Beispiel im nachhaltigen Umgang mit Ressourcen oder bei sozialen Einrichtungen wie bei der Mutterschaftsversicherung: «Ich war persönlich sehr enttäuscht, wenn mir ältere Frauen sagten, sie hätten dies nicht gehabt, also bräuchten die Jungen es auch nicht.»

Esther Enderli und ihr Team sind überzeugt, dass jede Generation ihr spezielles Wissen und ihre besonderen Kompetenzen hat: Die Jungen bewe-gen sich mühelos in den neuen Technologien, die Jungsenioren verfügen über Führungs- und Sozialkompetenz, und die Ältesten können aufzeigen, wie einschneidende Lebensereignisse bewältigt und integriert werden können. «In diesem Wissens-, Erfahrungs- und Kompetenzenpool liegt ein riesiges Potenzial für unsere Gesellschaft», sagt Esther Enderli. «Nutzen wir es!»

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