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AutoleasingWer least, zahlt mehr

Bild: Thinkstock Kollektion

Wer ein Auto least, muss meist höhere Versicherungsprämien bezahlen. Das zeigt eine Prämienauswertung von 1000 Fahrerprofilen.

von Nathalie Garny

Am grössten sind die Prämienunterschiede beim Direktversicherer Smile direct, bei den anderen Versicherern liegen sie in der Regel im einstelligen Bereich. Nur zwei Gesellschaften verlangen keinen Leasingaufschlag. Dies hat der Internetvergleichsdienst Comparis errechnet.

Zwei Beispiele: Für einen geleasten Hyundai i20 Comfort zahlt eine 30-jährige Zürcherin je nach Versicherer für die Vollkasko inklusive Haftpflicht zwischen Fr. 535.30 und Fr. 809.30 – als Eigentümerin des Autos dagegen nur maximal Fr. 674.40. Beim Online-Direktversicherer Smile direct ist die Prämie 28 Prozent teurer. Ähnlich bei einem 50-jährigen BMW-Fahrer aus Worb BE: Mit Leasing beträgt die Prämie für ­seinen BMW X3 xDrive20d ­zwischen Fr. 1029.90 und Fr. 1482.10, ohne Leasing zwischen Fr. 921.60 und Fr. 1362.20. Auch bei ihm macht die Differenz bis zu 28 Prozent aus.

«Prämienvergleich lohnt sich»

Die höheren Prämien seien statistisch begründet, sagt Smile-direct-Sprecher Daniel Briel: «Die Berechnung beruht auf offiziell anerkannten versicherungstechnischen Grundsätzen aus Lenker- und Fahrzeug­daten.» Ähnlich argumentieren Axa Winterthur, Generali, TCS, Mobiliar, Bâloise und die Zürich-Versicherung. Sie alle bestätigen, dass Leasingfahrzeuge höhere Schäden verursachen. Hinzu kämen die Instandstellungskosten für Reparaturen, die nach Ablauf der Leasingdauer entstehen, wenn der Fahrer den Wagen zurück­geben muss. Autoeigentümer können dagegen selbst entscheiden, ob sie kleinere Dellen oder Schäden überhaupt reparieren wollen – Leasingnehmer nicht.

Helvetia und Click2Drive von Vaudoise verzichten ganz auf eine höhere Prämie beim Leasing. «Unsere Analysen zeigen keinen grossen Unterschied hinsichtlich der Schadenquote zwischen Leasing- und bar bezahlten Fahrzeugen», heisst es bei Vaudoise. Helvetia will die Entwicklung beobachten, bestätigt aber, dass man bei geleasten Fahrzeugen tendenziell mehr Schäden feststelle.

«Aufgrund der unterschiedlichen Aufpreise lohnt es sich, die Prämien zu vergleichen», so Jonas Grossniklaus von Comparis. Der Vergleich zeigt einmal mehr: Leasing ist teurer als Barkauf. Nicht nur die Leasingprämien, der Unterhalt oder ein vorzeitiger Ausstieg kosten mehr, sondern auch die Ver­sicherungsprämien.

Veröffentlicht am 2012 M04 24