Wer Lust hat auf eine 0900-Nummer, tut gut daran, sich vor dem Anruf über den Preis zu informieren. Sonst droht bei Erhalt der Rechnung ein Schock. Diese Erfahrung macht derzeit so mancher Kunde der Telefonsex-Vorwahl 0906. Der Gebührenzähler läuft nicht heiss beim Anruf auf die Nummer: Der Spass kostet Fr. 4.23 pro Minute. Was der Anrufer nicht weiss: Im Hintergrund wird eine Setup-Gebühr erhoben das scheinbar harmlose Zwei-Minuten-Vergnügen wird zum 44-fränkigen Lustkiller.

Die so genannte Offline-Taxierung kommt bei verschiedenen kostenpflichtigen Telefondienstleistungen zur Anwendung. Die Höhe der Verbindungsgebühr variiert zum Teil markant. Zwar wird in den ersten 20 Sekunden des Anrufs auf die zu erwartenden Kosten hingewiesen, doch manche Anbieter erheben schon für diese Information eine Setup-Gebühr.

Rund 800 Preismodelle gibt es allein für die 0906-Nummern. Beim Beobachter häufen sich Reklamationen über die versteckten Tarife. Doch die Betreiberfirmen haben kein Gehör für den Ärger der Kunden und ziehen sich aus der Affäre, indem sie auf die in den Inseraten korrekt publizierten Minutenpreise verweisen.

Damit ist bald Schluss: Anfang 2003 tritt die überarbeitete Preisbekanntgabe-Verordnung in Kraft. Darin werden neu auch Preismodelle wie die Offline-Taxierung geregelt. Dann lichtet sich auch im Bereich der Businessnummern der Gebührendschungel.

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