Wieder einmal haben sie einen erwischt, die beredten Verkäufer, die Leuten auf der Strasse billige Lautsprecherboxen für teures Geld andrehen. Diesmal traf es den 19-jährigen Sebastian Meier aus Wabern bei Bern: «Zufällig» seien gerade zwei hochwertige Studioboxen aus einer Lieferung übrig, bestürmen sie ihn. Die gebe es unter der Hand zu einem «Schnäppchenpreis» von 1700 Franken. Der Musikfan kann nicht widerstehen. Erst zu Hause merkt er, wie minderwertig die Ware ist.

Es ist ihm etwas peinlich, als er die Geschichte der Beobachter-Beraterin Sarah Müllener am Telefon erzählt. Muss es nicht sein. Sie ist schon vielen passiert und ein Klassiker des Beratungszentrums. Unser Rat: Der Strassenverkauf gilt laut Gesetz als Haustürgeschäft. Davon kann man innert sieben Tagen mit einer schriftlichen Kündigung zurücktreten. Das tat Meier dann auch. Vorerst allerdings erfolglos – sein Brief kam ungeöffnet zurück. Sarah Müllener erklärt ihm seine Rechte und ermutigt ihn nachzuhaken – mit Erfolg.

Meiers Geschichte ist an der Konsum-Hotline des Beobachter-Beratungszentrums eine der häufigsten über dubiose Geschäftsmethoden. Diesmal allerdings steht sie unter einem besonderen Zeichen: Sebastian Meier ist der 300000. Ratsuchende. Wenige Tage nach dem Telefongespräch bekommt er Besuch von seiner Beraterin. Sie überreicht ihm Blumen und Champagner. Sebastian Meier freut sich – und hat die Genugtuung, dass mit der Veröffentlichung seiner Geschichte andere vor solch üblen Machenschaften gewarnt werden können.

Quelle: Béatrice Devènes