Guido Berger, 37, ist Fachredaktor für neue Medien bei Schweizer Radio DRS. Ausführlichere Informa­tionen zu den Spielen und weitere Infos finden Sie in seinem Blog: http://guido.posterous.com

Seit es Games gibt, schiessen wir Spieler auf Ausserirdische – so auch in «Halo Reach». Und dennoch ist das Spiel auf­regend wie beim ersten Mal, als wir einige Pixel zur Explosion gebracht haben. «Halo Reach» führt eindrücklich vor, warum Shooter so erfolgreich sind: eine atemlose Achterbahnfahrt, Adrenalinrausch, bis die Knie flattern. Die erfolgreiche «Halo»-Reihe führt auch vor, inwieweit sich Games von Filmen unter­scheiden: Es gilt die Design-Maxime «Ort vor Handlung». In der «Halo»-Welt erleben die Spieler alleine oder mit anderen ihre eigene Geschichte, ­die ­eigentliche Erzählung ist nur Schablone. Und diese Welt ist in «Halo» knallbunt, im Gegensatz zu den vielen Grau-Braun-Grün-Shootern.

(Ab 16 Jahren, für Xbox360)

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«Gears of War» verdichtet sämtliche Shooter-­Klischees in der Figur des Marcus Fenix, der vor lauter Testosteron und Anabolika so breit ist wie hoch. Marcus kämpft mit seinen Kumpeln gegen die ausserirdischen Horden der Locust. Die Geschichte einer echten Männerfreundschaft, Bromance genannt: In einer Welt der Zerstörung zählt nur noch der Freund, mit dem man im Schützengraben liegt und mit dem man auch unter schwerem Beschuss markige Sprüche austauscht. ­«Gears of War» erlaubt entsprechend das ­kooperative Spiel: Ein echter Freund kann ­jederzeit eine der sonst vom Computer gesteuerten Figuren übernehmen. «Gears of War» erfand das Kettensägen-Gewehr und betont den Vorteil, aus der Deckung heraus anzugreifen. Es sind weniger die schnellen Reflexe als das taktische Auge gefragt.

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(Ab 18 Jahren, für Xbox360)

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Auch BFBC2 legt das Haupt­gewicht nicht auf ­schnelle Action, sondern auf Taktik. Online verbundene Teams kämpfen gegeneinander und versuchen, vorgegebene Ziele zu erreichen, wie etwa das Halten einer Stellung. Spieler wählen aus verschiedenen Rollen aus (zum Beispiel Scharfschütze) und können ausserdem Fahrzeuge wie Panzer oder Hubschrauber steuern. Die Kommunikation zwischen den Spielern ist wichtig, weil ein gut geführtes Team auch eine Übermacht von Gegnern in Schach halten kann. Keine Stellung ist dabei auf Dauer sicher, weil Hauswände zerstört werden können — ein Feature, das vielleicht selbstverständlich klingt, aber in Games nur ganz selten konsequent umgesetzt wird.

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(Ab 16 Jahren, für Playstation 3, Xbox360 und PC)

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Die «Stalker»-Reihe repräsentiert die «osteuropäische Schule» und glänzt mit düsterer Atmosphäre in einem grossen, frei zu erkundenden Gebiet. Das Spiel ist angesiedelt in der verseuch­ten Zone nach dem Atomkraftwerk-Unfall von Tschernobyl. Banditen und einsame Abenteurer durchstreifen das sonst verlassene Gebiet, suchen und verkaufen Artefakte oder ver­stecken sich vor dem Gesetz. Und kämpfen gegen grausige Mutanten ums Überleben. Das Spiel aktualisiert den Film «Stalker» (1979) von Andrei Tarkowski, der schon ­sieben Jahre vor dem GAU in Tschernobyl eine Expedition in die Zone beschrieb.

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(Ab 16 Jahren, für PC)

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