Der Nokia Communicator 9100 ist zwar zwei Jahre alt und bezüglich Grösse, Design und Ausstattung nicht mehr zeitgemäss, doch eigentlich erfüllt er seine Aufgaben als Handy und Persönlicher Digitaler Assistent (PDA) tadellos. Jedenfalls wenn er noch zuverlässig funktionieren würde. Das tut er aber nicht, denn schon nach 12 bis 15 Stunden reklamiert er mit nervigem Piepsen, dass ihm die Energie auszugehen droht. Das war früher anders: Eine Stromladung reichte für rund eine Woche netzunabhängigen Betrieb.

Das Beispiel zeigt, dass beim Kauf eines mobilen elektronischen Hilfsmittels praxisgerechte Kriterien oft nicht berücksichtigt werden. Abgewägt werden meist nur Funktionalität und Design. Fragen bezüglich Stromversorgung dagegen interessieren wenig und wenn doch, beziehen sie sich in der Regel auf die angegebene Betriebszeit mit einer Akkuladung.

Die netzunabhängige Betriebszeit ist aber nur ein theoretischer Spitzenwert, der mit zunehmendem Alter des Akkus rapide sinkt. Je nach Akkutyp und Behandlung des Stromspeichers durch den Anwender kann er sich schon innert Jahresfrist halbieren. Nach drei Jahren sind die meisten Akkus endgültig ausgebrannt und müssen ersetzt werden. Doch das ist angesichts der kurzen Produktezyklen gar nicht so leicht: Oft gibt es Akkus für ältere Geräte nicht mehr oder nur zu Preisen, für die man beinahe ein neues Gerät kaufen könnte.

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Es lohnt sich deshalb, bei einem Kauf auch auf die verwendeten Akkus zu achten. Gebräuchlich sind heute drei Typen: Nickel-Cadmium (NiCd), Nickel-Metallhydrid (NiMH) und Lithium-Ionen (Li-Ion). Auf Nickel aufbauende Akkuzellen zeichnen sich grundsätzlich durch längere Lebensdauer und grössere Robustheit aus, während die teure Lithium-Technik höhere Leistungen erbringt.

Längeres Leben garantiert

Die Lebensdauer von Akkus hängt jedoch nicht nur von der Technik ab, sondern auch von der Behandlung durch den Anwender. Wer folgende Tipps befolgt, hat an seinem mobilen Spielzeug länger Freude:

Akkuzellen vor dem Laden nicht komplett entladen: Entgegen der landläufigen Meinung stresst jeder Ladezyklus die Zellen, und zwar umso mehr, je tiefer sie entladen wurden. Nur wenn ein Akku spürbar Kapazität verloren hat, lohnt sich die Regenerierung durch zwei, drei aufeinander folgende Entlade- und Ladezyklen.


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Tiefenentladung vermeiden: Akkus sind einer permanenten Selbstentladung unterworfen. Sie sollten also auch bei Nichtgebrauch regelmässig geladen werden.


Kontakte sauber halten: Verschmutzte und korrodierte Akkukontakte stören den Stromfluss. Deshalb gilt: Kontakte nicht berühren (Schweiss) und gelegentlich mit einem Tintenradiergummi reinigen.


Erschütterungen vermeiden: Akkus sind empfindlicher, als man denkt. Fallen sie vom Tisch, können im Innern Beschädigungen entstehen, die die Kapazität und die Lebensdauer verringern.


Zellen nicht mischen: Werden neue Akkus mit alten oder volle mit leeren im selben Gerät verwendet, können sie Schaden nehmen. Deshalb zusammengehörige Akkusätze kennzeichnen.


Temperaturextreme meiden: Akkus sind sehr anfällig für Kälte. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt Geräte nahe am Körper tragen und sparsam nutzen. Auch grosse Hitze führt zu höherer Selbstentladung. Im Extremfall können die Zellen sogar explodieren.


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Im Kühlschrank lagern: Je höher die Temperatur, umso höher die Selbstentladung. Unbenutzte Akkus kondenswassergeschützt im Kühlschrank (nicht Gefrierfach!) lagern. Wichtig: Zellen vor dem Gebrauch auf Zimmertemperatur bringen.

Auf ewig lässt sich mit diesen Massnahmen die Lebensdauer von Akkus aber auch nicht erhalten. Spätestens wenn die bauartbedingte Zahl der Ladezyklen erreicht oder bei Li-Ion-Akkus die Zelle drei Jahre alt ist, taugen die Energiespeicher für einen dauerhaften Betrieb nicht mehr und müssen ersetzt werden.

Als Alternative zum Kauf eines neuen Geräts sollte man die Wiederaufbereitung der Akkus prüfen, wie sie die deutsche Firma Akkufit beziehungsweise ihre Schweizer Ableger Swisspoint in Sursee LU sowie KMR in Heimberg BE anbieten. Sie prüfen alte Akkus, regenerieren sie oder setzen neue Zellen ein. Das lohnt sich oft nicht nur für ältere Geräte, für die keine Originalakkus mehr verfügbar sind, sondern auch für neuere mit Energieschwächen.

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