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AliexpressWenn der Pöstler nicht mehr klingelt

Die Post hat ihre Zustellpraxis geändert. Eingeschriebene Pakete aus China landen statt beim Empfänger im Briefkasten.

Auf direktem Weg in den Briefkasten: Paketpost aus China.
von aktualisiert am 02. August 2018

Mit Aliexpress hat Heini Wollmann Erfahrung. Was er beim chinesischen Online-Händler Online-Handel «Da kommt etwas Gewaltiges auf uns zu» bestellte, kam mit der Post zuverlässig zu ihm nach Hause: eingeschrieben versandt, getrackt und mit Unterschrift bestätigt zugestellt. Bis jetzt.

Bei einer kleinen Solarleuchte für die Afrikareise war es nun aber anders. Heini Wollmann wusste nicht, dass die Post ihre Zustellpraxis geändert hatte. Diesmal wurde ihm keine Lieferung angekündigt. Der Pöstler klingelte Post ...wenn der Pöstler keinmal klingelt am Zustelldatum auch nicht an seiner Tür, sondern stellte das kleine Päckchen in den Briefkasten. Dem chinesischen Absender bestätigte er die Zustellung auf elektronischem Weg. Daraufhin informierte Aliexpress Heini Wollmann. Doch dieser suchte seine Lieferung vergeblich. Der Briefkasten war leer. 

Die Lampe war weg

Täglich liefert die Post fast 80'000 Kleinwarensendungen aus Asien an Schweizer Empfänger. Fast viermal so viel wie noch vor zwei Jahren. Die meisten Päckchen werden eingeschrieben versandt. Weil China im internationalen Post-Tarifwesen als Entwicklungsland gilt, müssen chinesische Online-Händler auch für aufwendigere Arten der Zustellung nur wenig Porto zahlen.

Das Nachsehen haben die Post und Kunden wie Heini Wollmann. Seine Solarlampe wurde eingeschrieben versandt, doch weil ihr Wert unter dem Zollfreibetrag Ware im Ausland bestellen Wie die Kosten tief halten? von 63 Franken lag, hat die Post das Paket in den Milchkasten gestellt. Für den Verlust der Lampe wollen weder die Post noch Aliexpress aufkommen. Beide verweisen auf die Tracking-Information, wonach das Päckchen erfolgreich zugestellt worden sei, und verweigern die Rückzahlung des vorbezahlten Betrags.

Die Pflichten der Post bei der Zustellung von internationalen Sendungen ergeben sich aus dem Weltpostvertrag. Die Post bestätigte dem Beobachter die veränderte Zustellpraxis, die gemäss Weltpostvertrag zulässig sei. Grund für die Änderung sei die steigende Päckliflut aus Asien und das Bedürfnis der Kunden, solche Sendungen schnell und direkt zu empfangen.

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Anina Frischknecht, Redaktorin

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4 Kommentare

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montelema*******
Übrigens schickt Aliexpress ein Mail, wenn die Ware geliefert wurde und bittet um Bestätigung.

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montelema*******
Ich habe bis jetzt gute Erfahrungen gemacht und sogar Ware erhalten welche (laut Aliexpress) nicht geliefert werden kann. Ausserdem erhielt ich für nicht gelieferte Ware (gegen den Wiederstand des Verkäufers) mein Geld zurück. Eine Solarpowerstation kam via NL Post. Eine Bestellung ist seit 55 Tagen unterwegs und ich weiss nicht wo das Päcklein ist. Beim tracken sehe ich, dass die Trackingnummer bei der Türkische Post registriert ist. In 5 Tagen muss ich einen Disput eröffnen und das Geld zurück verlangen. Die Schuld oder die Versäumnisse liegen oft nicht bei unserer Post. Wenn wir günstiger einkaufen, müssen wir auch die Unannehmlichkeiten annehmen. Die Sachen aus China sind nie eingeschrieben. Wir können sie lediglich tracken und verfolgen.

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pauer
Der Pöstler hat doch zu läuten und wenn niemand da ist eine Abholungseinladung zu deponieren wenn eine eingeschriebene Sendung kommt?
kurto
Sie können lesen? Eben genau nicht mehr!

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