1. Home
  2. Konsum
  3. Energiesparlampen: Klima-Retterin mit Nachteilen

EnergiesparlampenKlima-Retterin mit Nachteilen

Bild: Getty Images

Sie sollen helfen, den CO2-Ausstoss zu verringern: Dass Energiesparlampen jedoch Quecksilber enthalten und darum fachgerecht entsorgt werden müssen, wissen nur die wenigsten.

von Balz Ruchti

Die Energiesparlampe wird derzeit als Klima-Retterin gepriesen, weil sie bis zu fünfmal weniger Strom verbraucht als eine herkömmliche Glühbirne. Sie hat allerdings einen gewichtigen Nachteil: Quecksilber. Laut einem Papier des Bundesamts für Umwelt (Bafu) enthält jede Sparlampe rund 10 bis 15 Milligramm des giftigen Schwermetalls, wodurch sie zu Sondermüll wird. Sie gehört nicht in den Kehricht, sondern sollte beim Händler oder an einer Sammelstelle abgegeben werden. Weil das aber wenige wissen, werden gemäss Bafu nur 60 Prozent der Lampen umweltgerecht entsorgt - und kiloweise Quecksilber gelangt in die Umwelt.

Das Unwissen verwundert nicht: Das entscheidende Piktogramm auf der Verpackung (ein durchgestrichener Abfallbehälter) ist nur acht Millimeter hoch und verschwindet in einem halben Dutzend anderer Symbole. Mathias Tellenbach, der zuständige Sektionschef beim Bafu, weiss um den Missstand: «Es gibt keine Vorschriften zur Kennzeichnung.» Er schiebt die Verantwortung aber auf die Stiftung Licht Recycling Schweiz (SLRS), die mit der Entsorgung der Energiesparlampen betraut ist: «Es ist in erster Linie an der SLRS, eine Informationskampagne zu starten.»

Die Stiftung will nun reagieren. Laut SLRS-Geschäftsführer Stephan Thommen wird derzeit eine repräsentative Befragung in Schweizer Haushalten geplant, um den genauen Informationsstand zu erheben: «In der zweiten Jahreshälfte ist dann eine entsprechend abgestimmte Kampagne vorgesehen.» Bis diese aber endlich greift, landen weiterhin quecksilberhaltige Lampen im Hausmüll.


Veröffentlicht am 2007 M05 08