«Herzlichen Glückwunsch! Sie wurden als glückliche Gewinnerin gezogen.» Normalerweise wirft man solche Meldungen besser gleich weg: Sie sind nicht mal das Papier wert, auf das sie gedruckt sind.

Der vielversprechende Brief aber, den Rosmarie Hermann bekam, hatte zwei seriöse Absender: Epa und Procter & Gamble. Die beiden Firmen teilten ihr mit, dass sie beim Epa-Wettbewerb als Gewinnerin gezogen worden war. Der Preis: «Ein Putztag für Ihre Wohnung oder Ihr Haus von einem Profi-Putzteam.»

Eine tolle Gewinnidee. Doch zum vereinbarten Termin rückte nicht ein ganzes Team an, sondern bloss ein einziger Mann. Und dieser putzte nicht einen Tag lang, sondern verabschiedete sich bereits nach vier Stunden wieder. Der versprochene Gewinn war ohne Erklärung auf die Hälfte geschrumpft.

Nicht kundenfreundlich, meinte auch der Beobachter und hakte bei Epa und Procter & Gamble nach. Die Firmen reagierten prompt. Nicht Knausrigkeit habe den Putztag reduziert, sondern eine organisatorische Panne.

Rosmarie Hermann erhielt nochmals Besuch – nun von zwei Putzprofis. Darüber hinaus entschuldigten sich Epa und Procter & Gamble in einem persönlichen Brief bei ihrer Gewinnerin.