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BillagVerkürzte Zahlungsfristen

Neuerdings hat man weniger Zeit, die Billag-Rechnung zu bezahlen. Was steckt dahinter?

Weil das System per Ende Jahr wechselt, gelten 2018 andere Regeln.
von aktualisiert am 07. Februar 2018

Als Christoph Müller* kürzlich seine Billag-Jahresrechnung erhielt, stutzte er: statt wie bisher 60 Tage hatte er nur noch einen Monat Zeit, um die Rechnung zu begleichen. Mehrere irritierte Meldungen gingen diesbezüglich beim Beobachter-Beratungszentrum ein. Bis zum 31. Dezember 2017 galt laut Webseite des Bundesamtes für Kommunikation Bakom eine Fälligkeit von 60 Tagen. Was gilt neu und was steckt hinter der Änderung?

Kürzere Frist wegen Systemwechsel

Auf Nachfrage erklärt Billag-Mediensprecherin Tanja Clément: «Nicht die Billag, sondern der Bundesrat hat die Zahlungsfrist für alle Rechnungen neu auf einen Monat festgelegt.» Im Juni 2015 nahm die Stimmbevölkerung das revidierte Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) an und läutete damit einen Systemwechsel von der Empfangsgebühr zur Haushaltsabgabe ein. Dieser Wechsel findet nun per 1.1.2019 statt. Nebst verschiedener Neuerungen (der Beobachter berichtete) treibt ab nächstem Jahr nicht mehr die Billag, sondern die Firma Serafe die Gebühren ein. Damit dieser Übergang geordnet erfolgen und möglichst viele Kundendossiers bis Ende Jahr abgeschlossen werden können, hat der Bundesrat die neue Zahlungsfrist von 30 Tagen festgelegt, schreibt das Bakom auf seiner Webseite. Diese Regelung ist bereits seit 1.1.2018 in Kraft, damit für alle Gebührenpflichtige in diesem Übergangsjahr die gleichen Konditionen gelten. 

Teilrechnungen bis Ende 2018

Das aktuelle Gebührensystem wird bis Ende Jahr heruntergefahren, was sich nicht nur auf die Rechnungsfrist, sondern auch auf den fälligen Betrag auswirkt. Wie bisher werden auch dieses Jahr die Rechnungen gestaffelt in 12 Gruppen verschickt. Allerdings erhält nur die Januargruppe eine volle Jahresrechnung – alle anderen bekommen Teilrechnungen für die verbleibenden Monate bis Ende 2018. Wer zum Beispiel erst im Februar die Billag-Rechnung im Briefkasten hat, zahlt nur 11 Monate. Alle diejenigen, die üblicherweise ab Oktober bis Dezember Gebühren bezahlen mussten, werden dieses Jahr bereits Ende September Post von der Billag erhalten. Ab 2019 folgen dann die neuen Rechnungen der Firma Serafe für die Haushaltsabgabe.

Kulanz in Einzelfällen

Was, wenn jemand den geschuldeten Betrag nicht innert der verkürzten Frist begleichen kann? Der Beobachter rät, sich in diesem Fall bei der Billag zu melden, da sie sich bei Zahlungsschwierigkeiten je nach Fall kulant zeigt. Tanja Clément bestätigt: «Wir prüfen jeden Fall einzeln und können bei Bedarf die Zahlungsfrist erstrecken oder eine Ratenzahlung anbieten. Die Kunden können uns dafür unter 0844 211 211 kontaktieren.»
 

*Name geändert

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Elio Bucher, Online-Produzent

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