Weisse Zähne gelten als Zeichen für Gesundheit, Jugend, Erfolg. Immer mehr Menschen lassen sich deshalb ein chemisch aufgehelltes Lächeln ins Antlitz zaubern.

Wenn der Zahnarzt bleicht, kostet das schnell 1500 Franken. Do-it-yourself-Produkte sind günstiger. Das Produkt «White Strips» beispielsweise gehört zu den absoluten Verkaufsrennern.

«Sichtbare Ergebnisse innerhalb von 14 Tagen» verspricht die Herstellerfirma Blend-a-med. Für knapp 80 Franken gibt es 56 dünne, mit Wasserstoffperoxid-Gel beschichtete Kunststofffolien, die während zweier Wochen täglich für 30 Minuten auf die Zähne geklebt werden. Die Schnellbleiche funktioniert aber nur bei gesunden Zähnen.

Was in keiner Packungsbeilage steht: Diese Zahnaufhellungssets sind in der Schweiz verboten. Sie enthalten eine zu hohe Konzentration an Wasserstoffperoxid von sechs Prozent. «Produkte, die mehr als 0,1 Prozent Wasserstoffperoxid enthalten, werden illegal verkauft», sagt Michael Donat vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Zahnarzt und Bleaching-Spezialist Jens Schug warnt vor einer Überdosierung: «Peroxid setzt krebserregende Radikale frei.» Bei den «White Strips» komme das Zahnfleisch zu stark mit dem Gel in Berührung.

Trotzdem will das BAG eine europaweite Gesetzeslösung abwarten. Donat gibt den dentalen Heimwerkern aber eine dringende Warnung mit auf den Weg: «Bis wir die Sache abschliessend beurteilt haben, rät das BAG ab, die nichtkonformen Bleachingprodukte zu benützen.»

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