«Grüezi, ich habe ein Problem mit der Cablecom und weiss nicht mehr weiter.» Entnervt wandten sich in den letzten neun Monaten 268 Beobachter-Abonnenten mit diesen oder ähnlichen Worten an das Beobachter-Beratungszentrum. Das entspricht mehr als 1,4 Anfragen pro Arbeitstag.

Ein miserabler Leistungsausweis für die Kabelnetzbetreiberin. Denn Anfang Jahr hatte das Unternehmen, das schon damals mit einer massiven Reklamationsflut konfrontiert war, Besserung gelobt und Gegenmassnahmen zu ergreifen versucht. Unter anderem wurden in den letzten Monaten mehr als 70 zusätzliche Arbeitskräfte im Bereich Kundendienst angestellt.

«Die Massnahmen hatten spürbare Verbesserung gebracht», erklärt Cablecom-Sprecher Stephan Howeg, «allerdings nur bis zur Lancierung der Internettelefonie im Juni. Wir hatten nicht mit so vielen Neuabonnenten gerechnet.» Offensichtlich waren nicht genug und nicht die richtigen Leute eingestellt worden. Statt dass sich die Lage entspannte, verschärfte sie sich drastisch: Die Klagen beim Beobachter-Beratungszentrum nahmen innerhalb der letzten neun Monate um 80 Prozent zu.

Belästigung von Kunden
Cablecom-Kunden klagen nicht nur über schlechten Kundendienst, sondern vermehrt über sehr aggressive Akquisitionsmethoden, ungefragt zugeschickte «Verträge» und Belästigungen durch Inkassobüros trotz fehlendem Vertrag. Und Cablecoms jüngster Streich: Ganz nebenbei hat sie bei ihrem Fernseh- und Radioangebot die Senderanzahl reduziert – bei gleichem Preis, wohlverstanden.

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