Helen Gisler kann sich einfach nicht entschliessen, 4000 Franken in die Hand zu nehmen, um einen Computer zu ergattern. Sie weiss, in einem halben Jahr ist mit Sicherheit ein neues Modell auf dem Markt, das noch viel schneller und besser sein wird. Im Grunde genommen würde das ja keine Rolle spielen, doch am Arbeitsplatz hat die 25-jährige Bankkauffrau den Komfort eines guten Geräts schätzen gelernt.

So geht es heute vielen Leuten. Die Kunst des Computerkaufs liegt darin, zuerst seine eigenen Wünsche und Anforderungen zu ergründen und dann ein massgeschneidertes Gerät zu finden, das zu den eigenen Vorstellungen passt. Gisler weiss, dass sie keine 4000 Franken für einen nigelnagelneuen Top-Computer ausgeben will (und auch nicht kann). Aber als eifrige Internetsurferin und heimliche Grafikdesignerin, die sich auf die Schule für Gestaltung vorbereitet, will sie einen leistungsfähigen Computer, der grössere Bilddatenmengen ohne Mühe verarbeiten kann. Es muss kein Pentium-III-Prozessor oder Mac G4 sein; das zweitneuste Modell täte es auch. Am besten wäre ein Laptop, den man auch mal ins verlängerte Wochenende mitnehmen kann.

Suchen Sie im Internet
Guter Hoffnung schaut sich Helen Gisler nach Occasionsangeboten um. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist hier meist besser als bei Neugeräten. Doch in den Computergeschäften finden sich nur wenige Gebrauchtcomputer. Immerhin: Die Geräte sind zumeist in sehr gutem Zustand, und viele kommen mit einer Garantie.

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In Zeitungen und im Internet ist die Auswahl aber viel breiter. Man findet so ziemlich alles: von uralten Apple Performas und 386er-PCs, die heute lediglich noch als bessere Schreibmaschinen taugen, bis zu beinahe neuen Geräten mit Pentium-II- und G3-Prozessoren zu mehr oder weniger erschwinglichen Preisen.

Gislers Interesse ist geweckt: Sie klappert nun online die Kleinanzeigen der verschiedenen grossen Schweizer Provider sowie die einschlägigen Fundgruben ab. Einen Pentium-I-PC, getaktet mit 166 Megahertz, gibt es hier schon ab 600 Franken. Und auch ein für Gislers Zwecke geeigneter Pentium-II-Rechner, ein Jahr alt, lässt sich schon für rund 1000 Franken finden.

Die Lizenzen sollten dabei sein
Doch dann sticht ihr bei Flohmax das erträumte Notebook von Dell in die Augen. Es hat einen Pentium-II-Prozessor, 96 Megabyte RAM und eine Festplatte, die 4,2 Gigabyte fassen kann, dazu einen 13.3-Zoll-Bildschirm und sämtliche Extras. Kostenpunkt: 2000 Franken.

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Gisler hat damit für den halben Preis eines neuen Rechners ihr Wunschgerät gefunden. Das ist kein Zufall, wenn man sich bei der Suche an diejenigen Leute hält, die aus beruflichen Gründen jedes Jahr ein neues Gerät kaufen müssen. Die Rechner, die von Profis auf den Gebrauchtmarkt gebracht werden, sind in der Regel belastungserprobt und in gutem Zustand.

Doch eine gründliche Prüfung des Computers gehört immer dazu. Am besten, man nimmt einen versierten Bekannten mit und prüft, aus welchen Bestandteilen der Computer besteht, womit das Gerät eventuell aufgerüstet wurde und was alles mitgeliefert wird. Wichtig: Handbücher und Lizenzen sollten immer dabei sein.

Helen Gisler war schliesslich zufrieden mit ihrem Notebook. Doch wer weitersuchen will, hat die Möglichkeit, die verschiedenen Online-Auktionen durchzupflügen, und kommt so unter Umständen an noch bessere Angebote heran. So wird etwa bei Aucor ein vergleichbares Notebook der Marke IBM Think Pad angeboten – für 1500 Franken. Und ein No Name Desktop PC mit Pentium-II-Prozessor ist für 600 Franken zu haben.

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Gesetzt den Fall, die Interessenten treiben die Preise nicht gegenseitig in die Höhe, sind bei Online-Auktionen tolle Schnäppchen zu machen. Die meisten der Online-Auktionshäuser garantieren für gute Qualität, wie beispielsweise das Badener Computerunternehmen COS unter www.auctionline.ch.

Doch aufgepasst bei der Software: Wenn der private Verkäufer installierte Software mit dem PC verspricht, sollte das gekaufte Original (Handbücher, Lizenz und zugehörige CD-ROM) immer mitgeliefert werden. Bestehen Sie darauf. Sonst werden Sie mit dem Kauf des PCs ungewollt zum Besitzer von Raubkopien. Nur wer die Lizenz in Händen hält, ist legaler Besitzer einer Software.