Alle ein bis zwei Jahre erhält man für denselben Preis einen doppelt so schnellen Computer. Diese seit 40 Jahren gültige Konstante in der Computerbranche war und ist der Grund, weshalb gebrauchte Rechner kaum noch einen Wert haben: Computer sind schon veraltet, wenn man sie das erste Mal startet.

Allerdings: Spätestens seit in PCs und Laptops Pentium-4-Prozessoren (für Windows/Linux, ab 2000) oder G3-Chips (für MacOS, ab 1998) ticken, steckt in dieser Übertreibung kein wahrer Kern mehr. Zwar rast die Innovation in unvermindertem Tempo, doch wachsen die Bedürfnisse der Nutzer und ihrer Programme nicht mit.

In den meisten Fällen werden Computer als elektronische Schreibmaschine und Internetstation benutzt, die dann und wann ein Familienbild oder ein Ferienvideo bearbeiten, eine Grafik oder eine Tabellenkalkulation berechnen darf: Das schafft heute auch ein guter drei- oder vierjähriger Oldtimer. Richtig überfordert sind ältere PCs nur von neusten Spielen, die jeweils das Maximum aus der aktuellsten Hardware kitzeln, sowie mit anderen leistungshungrigen Programmen im (halb-)professionellen Einsatz.

Fragen Sie mal bei Bekannten nach

Für Nutzer mit durchschnittlichen Anforderungen und schmalem Geldbeutel sind Gebrauchtcomputer deshalb eine gute Alternative zu einem Neukauf. Überzeugend sind vor allem die finanziellen Vorteile, denn jedes Jahr verliert ein Computer fast die Hälfte seines Werts. Alltagstaugliche Occasionen inklusive Monitor gibt es schon für wenige hundert Franken, und ehemalige Luxusmodelle, die vor zwei, drei Jahren 4000 Franken und mehr kosteten, findet man heute für 1000 Franken. Zwar gibt es dafür auch einen neuen, nominal schnelleren Billig-PC, doch die hochwertigen Komponenten von Markenherstellern machen den theoretischen Leistungsrückstand des Oldtimers gegenüber der No-Name-Kiste locker wett.

Finden kann man gebrauchte PCs bei Ebay und anderen Online-Auktionsplattformen, in PC-Shops sowie in Gebrauchtbörsen. Ein gutes Jagdrevier ist aber auch der Bekanntenkreis. Nicht nur, dass man bei Freunden eher darauf vertraut, dass sie einem keinen überteuerten Ladenhüter andrehen. Sie stehen auch quasi in einer moralischen Verpflichtung, bei Problemen mit ihrem Ex helfend zur Seite zu stehen. Im Klartext: Der Support ist gratis.

Das Risiko lässt sich minimieren

Die Gefahr, dass sich ein vermeintliches Schnäppchen als teurer Staubfänger entpuppt, besteht beim Kauf eines gebrauchten Computers natürlich wie bei jeder anderen Occasion. Vermindern lässt sich das Flop-Risiko durch Fachwissen – allenfalls beigesteuert durch einen versierten Bekannten. Beachten Sie auch die Anleitung «Gebrauchte Computer: Fünf Tipps für den Kauf». Ob der Verkaufspreis einigermassen realistisch ist, kann man unter www.pc-bewertung.de kontrollieren.

Quelle: Archiv
Anzeige