Der elektronische Briefkasten klemmt, die Maus macht keinen Mucks. Auf dem Bildschirm blinkt seit Minuten diese nervige Sanduhr. Jetzt! Endlich geht etwas. Ein leises Knacken und Surren dringt aus dem Computerinnern, und dann erscheint auf dem Bildschirm eine völlig unverständliche Fehlermeldung, begleitet von einem Ausrufezeichen.

Was tun? Die Geduld ist längst am Ende, die Nerven liegen blank. Eine Urschrei-Therapie würde gut tun. Aber damit ist das Problem nicht gelöst. Die Frage bleibt: einfach den Stecker rausziehen – oder einen Spezialisten zu Hilfe holen?

Wer auch zu Hause auf den elektronischen Datenverkehr und Internetzugang angewiesen ist, wird sich für Letzteres entscheiden. Da kommt das Flugblatt im realen Briefkasten wie gerufen: «Computersupport zu günstigem Preis», heisst es da in fetten Lettern.

Zu Stundenansätzen ab rund 60 bis zu 150 Franken helfen selbstständige Computersupporter privaten PC-Besitzern zu Hause bei Anwenderproblemen, installieren Programme, ADSL-Anschlüsse, Digitalkameras, Scanner und Drucker, entfernen Viren, besorgen Datensicherungen, warten und optimieren die Geräte. Zudem können sich die Kunden individuell in Anwendungen und Programme einführen oder gar eine Homepage einrichten lassen. Das hört sich doch gar nicht schlecht an.

Aber Achtung: Oft steht auch der gewiefteste Computerprofi wie ein Esel am Berg. Wenn etwa ein Gerät durch unsachgemässes Installieren von Programmen oder wiederholtes Ändern von Einstellungen komplett verstellt ist oder instabil läuft, kann auch der beste Techniker keine Programme mehr installieren. Hinzu kommt, dass es bei den hochkomplexen Geräten nicht immer einfach ist, ein Problem zu orten. Das hat unangenehme Konsequenzen für die Kunden: Die müssen nämlich die Rechnung selbst dann bezahlen, wenn der Spezialist nach stundenlanger Arbeit geht und der Bildschirm schwarz bleibt.
 

Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht

Wer einen Supporter engagiert, schliesst rechtlich gesehen einen Auftrag ab – auch wenn nichts schriftlich vereinbart wird. Ähnlich wie ein Arzt oder eine Anwältin muss der PC-Supporter für die aufgewendete Zeit entschädigt werden und nicht etwa für ein erfolgreiches Resultat seiner Arbeit. Eine Garantie, dass die Kiste nach der Konsultation der Fachperson wieder einwandfrei läuft, gibt es also nicht. Allerdings ist der gerufene Supporter verpflichtet, dem Kunden über seine Anstrengungen Rechenschaft abzulegen. Der ideale Computer-Notarzt wird zudem unaufgefordert erklären, wo das Problem liegen könnte und wie viel Zeit und Aufwand in die Reparatur investiert werden müsste.

Wie aber finden verzweifelte Anwender einen zuverlässigen und kompetenten Computersupporter? Wie bei Ärzten oder Anwältinnen können Laien die Qualifikationen der Fachperson kaum einschätzen. Am besten ist auch hier beraten, wer sich auf persönliche Empfehlungen und Referenzen stützt. Und schliesslich ist jede Panne auch eine Chance, sich mit der Technik besser vertraut zu machen. Viele Supportsites und Datenbanken im Internet bieten da wertvolle Hilfe zur Selbsthilfe.

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Quelle: Archiv