Wenn der Computer immer langsamer arbeitet oder sich Fehlermeldungen
und Systemabstürze häufen, dann wird es höchste
Zeit, den PC aufzuräumen. Denn beim Gebrauch sammelt
sich im Innern eines Computers unbemerkt viel digitaler Abfall
an. Temporäre Dateien, die Programme erzeugen, verwaiste
Verknüpfungen, deren Quelldokumente gelöscht wurden,
sowie Überreste von deinstallierten Programmen verstopfen
die Festplatte. Ausserdem fressen veraltete, überflüssige
und falsche Einträge in der Registrierungsdatenbank des
Betriebssystems Rechnerleistung weg oder machen das System
instabil. Im schlimmsten Fall drohen Systemabsturz und Datenverlust.

Theoretisch kann man dem digitalen Durcheinander mit den
eigenen Bordmitteln zu Leibe rücken. In der Praxis resultiert
daraus aber nicht selten ein noch grösseres Chaos. Darum
empfiehlt es sich, die Hilfe von Spezialisten in Anspruch
zu nehmen – so genannte Putz- und Löschprogramme.

Helferqualität schwankt

Wie immer bei Helferapplikationen ist die Auswahl gross. Und
wie immer findet sich viel Spreu und wenig Weizen. Ein Putzprogramm
sollte alle unnötigen Dokumente und Programme löschen,
es sollte die Registrierungsdatenbank optimieren und Funktionen
zum Wiederherstellen von weggeputzten Dateien enthalten. Zudem
sollten die Aktionsprotokolle verständlich und müsste
die Benutzerführung einfach sein. Ein Programm, das all
diese Anforderungen erfüllt, sucht man bislang vergebens.

Dem Optimum am nächsten kommen die Putzkommandos von
Network Associates und Symantec: «McAfee QuickClean
3» und «Norton SystemWorks 2003». Beide
räumen die Festplatte gründlich auf, können
Löschaktionen rückgängig machen und sind weitgehend
intuitiv zu bedienen. Aber beide versagen bei der Optimierung
der Registrierungsdatenbank. Zudem sind die Programme mit
rund 70 («QuickClean») respektive 135 Franken
(«SystemWorks») recht teuer – vor allem wenn
man bedenkt, dass man sie im Jahr nur wenige Male benötigt.
Der hohe Kaufpreis der «SystemWorks» ist allerdings
durch die vielen Zusatzfunktionen gerechtfertigt, die den
Windows-PC stabil und schnell halten.

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Die günstigeren Putzprogramme hingegen sind weniger
ausgereift. Die «Tuneup Utilities» von S.A.D.
zum Beispiel erkennen keine doppelten Dateien und sind mit
rund 60 Franken nicht wirklich ein Schnäppchen. «Purgatio
Pro» von Abelssoft und «Firestorm» von Carsten
Heidtke Software, beide um 30 Franken, löschen doppelte
Dateien ebenfalls nicht und vergessen die Registrierungsdatenbank.
Der «Drive Cleaner» von Magnussoft (um 20 Franken)
hat dieselben Defizite und nervt wie «Purgatio Pro»
wegen unübersichtlicher und teils unlogischer Bedienung.

Kurz gesagt: Alle diese Programme erledigen ihre Aufgabe
nicht besser als kostenlose Putzkommandos wie zum Beispiel
Axel Hahns «Putzi4Win» oder die «Powertools»
von JV16.

Vor allem «Powertools» überzeugt: Es ist
eines der wenigen Programme, die die Registrierungsdatenbank
zuverlässig und gründlich optimieren.

Alles für die Sicherheit

Wichtig ist schliesslich, vor Beginn der Aufräumaktion
das System und alle Daten zu sichern. Die meisten Putzprogramme
stellen dafür Backup-Funktionen zur Verfügung. «QuickClean»,
«SystemWorks», «Powertools» und «Purgatio
Pro» führen diese Operation sogar automatisch vor
jeder Änderung aus.

Einzig «Putzi4Win» schert aus und bietet nicht
einmal manuell auszuführende Routinesicherungen. Aus
diesem Grund ist es hier nötig, zusätzlich mit Bordmitteln
oder mit externen Programmen für die nötige Datensicherheit
zu sorgen. Denn in der Hitze des Gefechts kann auch eine digitale
Putzkolonne leicht einmal etwas Wichtiges zerdeppern.