Praktisch, dass die Trutensteaks gerade verbilligt sind, dachte sich Marco Schwaller in der Coop-Filiale Niederbipp BE. Der 29-jährige Informatiker wollte für eine Grillparty am gleichen Abend einkaufen. Doch während das grosse Aktionsplakat einen Kilopreis von Fr. 18.50 versprach, war auf dem abgepackten Fleisch ein Kilopreis von Fr. 20.50 aufgedruckt. Der Metzger, auf den Fehler angesprochen, reagierte unwirsch: Dann sei sicher das Plakat falsch, sagte der Coop-Angestellte und entfernte es. Das Fleisch musste Schwaller zum höheren Preis einkaufen. «Natürlich ist die Differenz nicht gross, trotzdem finde ich, dass wir nicht korrekt behandelt wurden», klagt der Beobachter-Leser.

Der auf dem Produkt aufgedruckte höhere Preis sei eigentlich der richtige, es hätten aber schweizweit alle Filialen zuerst das falsche Plakat erhalten, räumt Coop-Sprecher Karl Weisskopf ein. In wie vielen Filialen es nicht gegen das nachgelieferte, korrekte Plakat ausgetauscht wurde, ist nicht bekannt. Die Gerichtspraxis ist eindeutig: Unklare Regelungen werden zulasten des Verfassers ausgelegt. Sind fürs gleiche Produkt zwei unterschiedliche Preise angegeben, hat der Kunde Anspruch auf den tieferen Preis. Coop verspricht denn auch den betroffenen Kunden, die Differenz zurückzuerstatten, wenn sie sich melden. Das wird Schwaller tun, «auch wenn die Grillsteaks gut geschmeckt haben».

Quelle: Werner Bucher