Mehrere Wochen bekam Marcel Müller ungefragt die «Coop-Zeitung», dann folgte ein Brief von Verkaufsleiter und Chefredaktorin. Sie dankten für sein Interesse und kündigten an, dass er die Zeitung weiter gratis erhalte. Zudem werde er Genossenschafter von Coop, falls er das Abonnement nicht kündige. «Diese Zeitung habe ich nie bestellt», empört sich Müller, «und jetzt muss ich aktiv werden, damit ich sie nicht mehr erhalte. Das ist äusserst mühsam. Und Coop-Genossenschafter wollte ich nie werden.»

Muss er auch nicht, denn die Aktion verpflichte in keiner Weise – schon gar nicht finanziell, meint Karl Weisskopf, Mediensprecher von Coop. «Wer die Zeitung nicht will, kann sie über ein Gratistelefon abbestellen.» Die Zahl der Abonnenten und Coop-Genossenschafter hat in den letzten fünf Jahren um 500000 zugenommen. Ganz wesentlich wegen dieser Aktion, die seit drei Jahren läuft: «66 Prozent aller angeschriebenen Leute kündigen das Abo nicht», sagt Karl Vögeli, Leiter von Coop Presse. Die Auflage der «Coop-Zeitung» liegt bei rund 1,6 Millionen. Eine hohe Auflage ist interessant für Inserenten. Das sei aber nicht der Grund für die Aktion, sagt Weisskopf. «Hauptgrund für die Aktion ist die sehr lesenswerte ‹Coop-Zeitung› inklusive der Infos über Aktionen, die wir möglichst vielen Leuten mitteilen wollen.»

Wer solche Werbung nicht will, lässt sich kostenlos auf die Robinsonliste setzen: Robinsonliste, Riedstrasse 1, 6343 Rotkreuz, oder www.dmverband.ch (Rubrik «Verband»).

Quelle: Stefan Jäggi