Für Einkäufe, von denen alle etwas haben», preist Coop an jeder Kasse seine neue Kreditkarte «Verde» von American Express. 0,5 Prozent des Kartenumsatzes fliessen in nach­haltige Projekte des WWF im Aargau sowie in Kambodscha. «Und das alles kostet Sie keinen Rappen zusätzlich», wirbt Coop.

Leider ist das nur die halbe Wahrheit. Erstens ist die Jahresgebühr hoch: 69 Fran­ken kostet die Coop-Verde-Karte pro Jahr – bei UBS und ­Cre­dit Suisse gibt es die üblichen Mastercard- und Visa-Kar­ten für 50 Franken. Also ist es keine besondere Leistung, wenn Coop pro neue Verde-Karte einmalig 20 Franken dem WWF gibt. Umso mehr, als der Detailhändler mit seiner «Supercardplus»-Mastercard eine Kreditkarte ohne Jahresgebühr anbietet.

Zweitens werden den Kunden höhere Gebühren berechnet, wenn sie mit der Verde-­Karte im Ausland einkaufen oder für Internetkäufe in anderen Währungen bezahlen. Und genau dafür verwenden viele Schweizer ihre Kreditkarte in erster Linie. Sobald nicht in Franken abgerechnet wird, verlangen alle Anbieter (zusätzlich zum Wechselkurs) einen Fremdwährungszuschlag. Bei der UBS beträgt er, je nach Währung, maximal ein Prozent, bei den Karten ohne Jahresgebühr 1,5 bis 2 Prozent – bei Coop-Verde satte 2,5 Prozent.

Sparen mit anderen Karten

Was nach ­vernachlässigbaren Rappenbeträgen klingt, summiert sich rasch. Wer mit Coop-Verde zum Beispiel für einen Hotel­aufenthalt in London 600 Pfund bezahlt, erhält eine Abrechnung über Fr. 982.60. An den WWF gehen Fr. 4.79 davon. Mit der «Supercardplus»-Mas­ter­card von Coop kosten die gleichen 600 Pfund aber Fr. 9.60 weniger. Man kann also einen Fünfliber an den WWF spenden und fährt immer noch günstiger. Sogar nur Fr. 961.50 bezahlt, wer eine UBS-Standard-Kreditkarte hat. Da liegt für den WWF schon eine Zwanzigernote drin.

«Verde» sei die günstigste ­aller American-Express-Kreditkarten, und die seien nicht mit Mastercard- oder Visa-Karten vergleichbar, entgegnet Coop-Sprecher Nicolas Schmied. Wie mans nimmt – die Leistungen sind praktisch identisch, American-Express-Karten sind aber schlicht teurer. «Ohne Verde-Karte würden die WWF-Projekte gar nicht erst zustande kommen», argumentiert Schmied wei­ter. Und Coop werde die nachhaltigen Projekte finanzieren, egal, wie viel Geld via CoopVerde-Karte zusammenkomme. Umso besser für umweltbewusste Sparfüchse: Sie zahlen mit ­einer billigeren Kreditkarte und spenden dem WWF direkt.

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