Die Rechnung von der Ofac kam überraschend: Fr. 16.90 sollte Hannes Schüle für ein Medikament bezahlen, das er zwei Wochen zuvor in seiner Apotheke bezogen hatte. «Ich dachte, meine Krankenkasse übernehme diese Kosten.» Auf der Rückseite stand eine Auswahl an Gründen, wieso Schüle das Medikament selber bezahlen muss. Der Historiker hätte es aber gerne genau gewusst.

Die Telefonnummer, die laut dem Schreiben «für jede ergänzende Information» dient, war eine 0900-Nummer. Kosten: Fr. 1.50 pro Minute. Schüle: «Eine Frechheit. Ich bekomme eine verwirrende Rechnung und muss für Erklärungen bezahlen.»

Die Ofac verschickt jede Woche rund 5000 Rechnungen an Krankenversicherte. Die Firma mit Sitz in Genf macht das Inkasso für 1300 Schweizer Apotheken. Mindestens jeder 20. Kunde verlangt telefonisch genauere Erklärungen. «Seit der Revision des Krankenversicherungsgesetzes wuchs die Zahl der Anrufe so stark an, dass wir eine kostenpflichtige Telefonnummer einführen mussten», so Ofac-Direktor Jean-Luc Salomon.

«Das ist total kundenunfreundlich», sagt Jacqueline Bachmann von der Stiftung für Konsumentenschutz. «Die Ofac kann nicht verwirrende Rechnungen verschicken und Erklärungen nur gegen eine Gebühr abgeben.» Vom Beobachter dazu aufgefordert, will die Ofac die Rechnungen nun «auf eine mögliche Erhöhung der Verständlichkeit hin durchsehen».

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