«Bier, Sandwich, Mineral!» Die Ankündigung ist zum Klassiker geworden, seit es rollende Minibars gibt. Doch vorbei die Zeiten, als man damit rechnen konnte, am Sitzplatz Kafi und Gipfeli serviert zu bekommen. Die SBB-Tochter Elvetino hat beschlossen, «das Verpflegungsangebot auf wirtschaftlich rentable Strecken zu konzentrieren», sagt Sprecher Daniel Lauterburg. Betroffen vom Abbau sind etwa Intercitylinien wie Luzern–Zofingen–Bern–Genf oder Strecken im Tessin.

Mit anderen Worten: Der Service public muss sich rechnen. Und das tut er nur auf Strecken mit vielen Reisenden, wo nun gleichzeitig Railbars und Speisewagen geführt werden. Mit der Prognose von Marktchancen und -bedürfnissen tun sich die SBB aber schwer: Vor einem Jahr wurde der Minibar-Einsatz noch flächendeckend auf 489 Züge aufgestockt - um ihn jetzt auf 319 Züge zu kürzen. Zudem müssen sich die Fahrgäste ständig an neue Gastrokonzepte gewöhnen.

Auf der Strecke bleiben bei dieser Hüst-und-Hott-Politik die Angestellten. Zwar soll gemäss Elvetino das überflüssig gewordene Wägeli-Personal betriebsintern umplatziert werden. Doch Barbara Spalinger, Vizepräsidentin des Schweizerischen Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verbands, ist skeptisch: «Ob dies auch im logistischen Bereich gelingt, bezweifeln wir. Man kann nicht jeden Magaziner plötzlich im Speisewagenservice einsetzen.» Es bleibe die Befürchtung, dass Elvetino mit einem schleichenden Stellenabbau die Sozialplanpflicht umgehen wolle.

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