Josef Obrist sass am 24. Mai 2007 mit seinen drei Kollegen im Zug Richtung Rheinfelden AG. Die Fans des FC Basel freuten sich auf das letzte Saisonspiel ihres Klubs im Basler St.-Jakob-Park. Dieser Anlass ist für sie seit Jahren stets etwas Besonderes. Doch kurz vor Rheinfelden blieben die Fussballfans in der Ticketkontrolle der SBB hängen: «Der Kontrolleur sagte, unsere FCB-Jahreskarten seien nicht gültig.»

Eigentlich berechtigen diese Dauerkarten die Fans dazu, gratis an die Heimspiele des FC Basel zu fahren. Mit einer Einschränkung allerdings: Einsteigen dürfen sie frühestens vier Stunden vor Spielbeginn. Obrist und seine Kollegen waren bereits um 13.20 Uhr unterwegs - rund drei Stunden zu früh.

Der Kontrolleur gab sich zwar kulant und büsste die vier mit je 20 statt 80 Franken. Die Fans bezahlten jedoch bis heute nicht: «Es steht weder auf dem Ticket noch sonst wo geschrieben, dass wir höchstens vier Stunden vor Spielbeginn einsteigen dürfen», so Obrist. Die Ombudsstelle öffentlicher Verkehr in Olten bestätigt: Diese Information sei «offensichtlich zu wenig sichtbar gemacht worden».

Der FCB gelobt Besserung. «Sollten im Jahr 2009 die rund 25'000 Jahreskarten neu hergestellt werden, wird der Vier-Stunden-Hinweis enthalten sein», verspricht FCB-Sprecher Josef Zindel. Zudem werde man im Internet und im Stadion auf das Problem aufmerksam machen. Der millionenschwere Klub greift für die Fans selbst in die Kasse: «Da wir mitverantwortlich sind, können sich die Fans mit ihrer Busse gern an uns wenden.»

Anzeige