Frisch geduscht und mit dem herrlichen Gefühl, seinen Body wieder einmal auf Vordermann gebracht zu haben, erlebte Rudolf Gamma im Zürcher Atmos-Fitnessklub eine brutale Ernüchterung: Das Schliessfach stand offen, seine Wertsachen, darunter auch diverse Kreditkarten, waren verschwunden. Er meldete den Diebstahl sogleich der Direktion des Hotels Marriott, das den Klub betreibt. Anschliessend teilte er den Verlust seiner Versicherung mit.

Die Coop-Versicherung beglich den Schaden wohltuend schnell. 343 Franken aber blieben, entsprechend dem Versicherungsvertrag, an Rudolf Gamma hängen, nämlich 200 Franken Selbstbehalt, 85 Franken Bargeld sowie zwei Telefonkarten. Gamma vertrat die Ansicht, dass dafür der Fitnessklub aufkommen müsse.

Dem Klub tat Gammas Verlust «aufrichtig leid», doch für den Schaden hafte er nicht. Als Entschädigung bot er einen Gutschein fürs hauseigene Restaurant an. Darauf wandte sich Rudolf Gamma an den Beobachter – und lieferte den entscheidenden Fakt gleich mit: «Schliesslich benützen auch Passanten den Klub, die sich, im Gegensatz zu den Mitgliedern, nicht ausweisen müssen.» Damit könne vom Betreiber auch eine besondere Sorgfaltspflicht bezüglich der Sicherheit verlangt werden, erläuterte ihm die Beraterin.

Das Argument verfing. «Gerne kommen wir Ihrem Wunsch nach und übernehmen die restlichen Kosten von 343 Franken», schrieb ihm das «Marriott» kurz darauf. Grosszügig hält das Hotel auch die Einladung zum Restaurantbesuch aufrecht.

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