Für «lediglich» 100 Franken pro Jahr wird auf dem Online-Eintrag zahlender Firmen deren Internetadresse und allenfalls E-Mail-Anschrift aufgeschaltet.

«Erst dachte ich, der Brief kommt von einem dieser Registerhaie, und wollte ihn wegwerfen», ärgert sich Sven Wächli, der das Werbeschreiben im Januar bekam. Wächli ist Mitinhaber einer Internetfirma und weiss, wie klein der Aufwand ist, Internet- oder E-Mail-Adressen in eine Online-Datenbank aufzunehmen und zu verlinken. «Das ist wirklich unverschämt.»

Ähnlich sieht es Preisüberwacher Stefan Meierhans: Ohne genaue Prüfung könne er zwar keine vertiefte Aussage machen, ausser, dass ihm der Fall «prüfungswürdig» erscheine. Aber: «Auf den ersten Blick kommen mir Zweifel, ob der geforderte Preis nur die Kosten deckt. Das müsste die Behörde belegen können.» Meierhans betont: «Aus meiner Sicht sollte eine Behörde nur Aufgaben von öffentlichem Interesse verfolgen und weder Werbeplattformen anbieten noch sonst mit marktfähigen Dienstleistungen den Umsatz aufblähen.»

Im Amt selber sieht man das locker. «Bei Weblink können wir einen Marktpreis verlangen, denn es handelt sich nicht um eine hoheitliche Dienstleistung», erklärt Amtsvorsteher Michael Gwelessiani. «Das heisst: Niemand muss.»