Zumal das Tun des Hobbyhandwerkers harmlos schien: Er schliff den Holzboden ab und behandelte ihn mit einem Bodenwachs. Danach steckte er die Lappen, mit denen er das Wachs aufgetragen hatte, in einen Abfallsack. Und eben das war verheerend: Das Bodenwachs des deutschen Herstellers Auro enthält nämlich Leinöl. In Leinöl getränkte Lappen entwickeln Wärme, und wenn sie zusammengeknüllt werden, können sie sich entzünden - was sie im vorliegenden Fall nach etwa zwei Stunden auch taten. Sein Haus war für drei Monate unbewohnbar. Klaus Ammann ärgert sich: «Ich habe das Wachs in einem Fachgeschäft gekauft. Doch niemand hat mich auf die Gefahr aufmerksam gemacht, obwohl ich klar sagte, dass ich keine Erfahrung im Umgang mit Bodenwachs habe.»

Kein Einzelfall: Die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen zählt jährlich rund 200 Brände, die auf Selbstentzündung zurückzuführen sind. Martin Sorg, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, geht von jährlich drei bis vier Fällen in seinem Kanton aus. «Heimwerker unterschätzen das Risiko von Bodenwachs häufig», sagt er. «Die Warnhinweise auf den Verpackungen sind so klein, dass man sie kaum erkennt.» Warum warnen die Hersteller nicht klarer vor Selbstentzündung? Franz Rüfenacht, der Schweizer Vertreter der Firma Auro, sagt: «Wir müssen so viele Hinweise in so vielen Sprachen auf die Gebinde drucken, da liegt keine grössere Warnung drin. Besonders bei kleinen Dosen.» Die Bedienungsanleitung weise jedoch ausführlich auf die bestehende Gefahr hin.

«Man muss mit den gebrauchten Lappen bloss richtig umgehen», meint Axel Schefer, Chemiker am Sicherheitsinstitut Zürich: Die Lappen sollten zum Trocknen aufgehängt oder zusammengeknüllt in einer Blechbüchse mit Deckel verstaut werden.

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