Diesen Sommer war Alessandro Genoni bei den SBB (siehe Artikel zum Thema «SBB: Patchwork kommt nicht zum Zug») abgeblitzt, als er, auf der Basis seines Generalabonnements (GA), für alle Kinder seiner neu gegründeten Familie ein verbilligtes Familien-GA lösen wollte.

Die Hürde: Genonis haben zwei Wohnsitze. Mutter Lis wohnt mit ihren drei Kindern in Ruswil LU, der Vater mit seinem Sohn in Thalwil ZH. Da die SBB für das reduzierte GA einen gemeinsamen Wohnsitz vorschrieben, konnten die Stiefkinder nicht von der Vergünstigung profitieren. Bei Geschiedenen indes gewähren die SBB auch jenen Kindern eine Ermässigung, die nicht beim Elternteil mit dem Basis-GA wohnen. SBB-Mediensprecher Roland Binz: «Der Fall der Familie Genoni hat eine Lücke aufgedeckt, die uns nicht bewusst war» – seit 11. Dezember lassen sie die Kinder von allen Eltern mit getrenntem Wohnsitz vergünstigt fahren, so lange sie bei einem Elternteil wohnen.

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Nach der Kritik lobt Alessandro Genoni die Bahnverantwortlichen: «Es ist bemerkenswert, dass ein so grosses Unternehmen so rasch und positiv reagiert hat.»