Das Lob der Tagesmedien hatte die ­Swisscom auf ihrer Seite, als sie vor zwei Wochen ankündigte, sie werde ab Mitte April die Roamingtarife senken und für Kunden mit einem teuren Infinity-Abo ganz streichen. Völlig freiwillig tat sie das nicht. Am 9. März stimmt der Ständerat über zwei Vorschläge aus SP und SVP ab, die beide das Gleiche wollen: Die Schweiz soll eine Preisobergrenze für Roaming­gebühren einführen, und zwar eine gleich tiefe wie die EU.

Orange ist fast 100-mal teurer

Das würde einen weiteren drastischen Preissturz auslösen, zeigt ein Blick auf die seit Sommer 2014 innerhalb der EU geltenden Maximaltarife: So kostet ein Anruf aus einem EU-Land in die Schweiz bei der Swisscom neu 45 Rappen pro Minute, ­innerhalb der EU dürfen es maximal 19 Cent (20 Rappen) sein. Eine SMS kostet bei der Swisscom 27 Rappen, innerhalb der EU höchstens sechs Cent. Allerdings: Orange und Sunrise sind noch sehr viel teurer als die Swisscom.

Am grössten ist der Unterschied beim mobilen Internet: Innerhalb der EU darf der Datentransfer maximal 20 Cent pro Megabyte kosten; Orange belastet den Prepaidkunden dafür bis zu 19 Franken, also fast 100-mal so viel.