Markus Balmer aus Basel ist ein Swisscom-Fan. Oder genauer: Er war ein Swisscom-Fan. Seit dem 7. Januar 1999 besitzt er ein Handy der ehemaligen Monopolistin; doch die exorbitant hohen Tarife haben ihn immer abgeschreckt, es zu oft zu verwenden.

Bis er vor wenigen Wochen zufällig in einem Handy-Geschäft herausfand, dass Swisscom zwei verschiedene Prepaid-Tarife anbietet. Einziger Unterschied: der Preis. Bei Balmers Tarif «Easy» kostet eine Minute aufs Swisscom-Netz 99 Rappen - im neueren «Easy Liberty» hingegen werden für eine volle Stunde bloss 80 Rappen verrechnet. Anders gesagt: Der alte Easy-Tarif ist bis zu 74 Mal teurer.

In der Tat lohnt sich der Easy-Tarif nur für Leute, die Kürzest-Telefonate (von deutlich unter einer Minute Dauer) führen. Für alle anderen, also die überwiegende Mehrheit, ist Easy Liberty die bessere Wahl. Anrufe in andere Netze sind mit Easy Liberty in jedem Fall billiger; SMS-Gebühren und alle übrigen Kosten sind gleich.

Markus Balmer fühlt sich «als Stammkunde verseckelt». Swisscom-Sprecher Carsten Roetz entgegnet, dass jeder Easy-Kunde problemlos zu Easy Liberty wechseln könne (eine Gratis-SMS mit dem Wort EASY an die Nummer 444 reicht) und dass im November 2005 die Einführung von Easy Liberty auch beworben worden sei. Trotzdem telefonieren noch immer Zehntausende Swisscom-Kunden mit dem für sie zu teuren Easy-Tarif. Wie viele es genau sind, will Roetz nicht sagen. Fest steht: Für die Swisscom sind die treuen Kunden ein gutes Geschäft.