Die Ferien begannen hektisch: Doris Knecht wollte mit ihrer Freundin nach Norwegen fliegen, um dort eine einwöchige Schiffsreise zu starten. Für die Fahrt in aller Herrgottsfrühe von ihrem Wohnort Kirchdorf AG zum Bahnhof Baden bestellte die 53-Jährige am Vorabend einen Wagen von Argovia-Taxi. Doch am Morgen warteten die reisefertigen Frauen vergeblich: «Die Zeit wurde knapp. Wir fürchteten, den Flug zu verpassen», so Doris Knecht. Kurz entschlossen fuhren sie im Privatwagen zum Flughafen und konnten gerade noch rechtzeitig einchecken.

«Wer bezahlt mir nun meine Unkosten?», wollte Doris Knecht nach den Ferien vom Beobachter-Beratungszentrum wissen. Zu den Parkgebühren hinzu kamen auch noch die Auslagen für die Bahntickets nach Kloten, die die beiden Frauen im Voraus gelöst hatten und nicht zurückgeben konnten.

Vom Beobachter erhielt die Leserin die Antwort, dass eine Partei laut Obligationenrecht Schadenersatz schuldet, wenn sie ihren Pflichten aus einem Vertrag nicht korrekt oder gar nicht nachkommt. Allerdings ist solches bei mündlich abgeschlossenen Verträgen meist nur mühsam zu beweisen.

Gleichwohl konfrontierte Knecht den Taxiunternehmer mit dem neu erworbenen Wissen. Sie war überrascht, als sie kurze Zeit später von der Argovia-Taxi einen Entschuldigungsbrief erhielt: Nicht nur ihre Auslagen wurden ersetzt, sie erhielt obendrein noch einen Gutschein für eine Gratisfahrt. «Kaum zu glauben», freut sich Doris Knecht. «Mit dieser Reaktion hätte ich nicht gerechnet.»

Quelle: Daniel Desborough