Der Schutz vor Einbrechern ist das Geschäft von Safe Home. Die Tochterfirma der Protectas verkauft Überwachungs- und Alarmsysteme. Das teilte sie kürzlich auch 40'000 Haushalten in der Region Zürich mit. In einem Werbeflyer, der nicht einfach im Briefkasten lag, sondern neckisch aus dem Einwurfschlitz guckte. Die Botschaft: «Prüfen Sie Ihr Einbruchsrisiko.»

Den Job des Werbeverträgers übernahm die Post. Sie steckt Werbung gegen Aufpreis auch nur halb in den Briefkasten. Das sogenannte «Mailing mit Lasche aussen» nervt manche Empfänger. Denn der Flyer zeigt auch, wer seinen Briefkasten noch nicht geleert hat. «Es geht ja niemanden etwas an, dass es Frau Müller wieder erst gegen Abend geschafft hat – obwohl sie doch nicht arbeitet», findet ein Empfänger.

Doch es geht um mehr als nachbarschaftliche Kontrolle. Weil ein Briefkasten auch verraten kann, wer nicht zu Hause ist, mahnen Polizeistellen wie die Schweizerische Kriminalprävention seit Jahren, Briefkästen regelmässig zu leeren, um Einbrechern keinen Hinweis auf eine Abwesenheit zu hinterlassen.

Empfänger beschwerten sich

Dass jetzt ausgerechnet ein Sicherheitsunternehmen mit den verräterischen Flyern wirbt, kommt nicht überall gut an. Empfänger beschwerten sich beim Beobachter und ein gutes Dutzend auch bei Safe Home, wie Roman Lehmann, Mitglied der Protectas-Geschäftsleitung, bestätigt.

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Er weist die Bedenken aber zurück: «Der Werbeflyer offenbart einem Einbrecher nichts Brauchbares. Er weiss ja nicht, ob doch jemand zu Hause ist, den Briefkasten aber einfach noch nicht geleert hat.» Problematischer sei ein überquellender Briefkasten, der auf eine längere Abwesenheit hinweise. «Ein Blick durch den Einwurfschlitz sagt darum viel mehr aus als dieser Flyer», so Lehmann.

Trotzdem müsse niemand befürchten, dass der Werbe­flyer über Tage oder Wochen sichtbar bleibt. «Gemäss Vertrag mit der Post sind die Briefträger angewiesen, am Folgetag noch sichtbare Flyer ganz in den Briefkasten zu stecken», versichert Lehmann. Die Post bestätigt das. Wer trotzdem noch Bedenken hat, dem bietet Protectas eine passende Dienstleistung an: regelmässiges Leeren des Briefkastens durch einen ihrer Mitarbeiter – gegen Geld, versteht sich.

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