Ferienzeit ist Fotozeit. Gemäss Marktbeobachtern sollen dieses Jahr erstmals mehr Urlaubserinnerungen auf digitale Speichermedien als auf Negative gebannt werden. Wie dem auch sei: Digitalkameras sind im Trend. Der weltweite Absatzzuwachs im letzten Jahr betrug über 40 Prozent, während die Verkäufe von analogen Kameras um rund 13 Prozent einbrachen.

Die Gründe für den Boom der digitalen Kameras liegen auf der Hand: keine Kosten für Filmmaterial und Filmentwicklung, da die Bilder auf wiederverwertbare Fotospeicher gebannt werden, sowie die Möglichkeit, gleich vor Ort die geschossenen Bilder am LC-Display zu betrachten, nicht gelungene zu löschen oder später am heimischen Computer weiterzubearbeiten. Zudem haben die Digicams bei stetig sinkenden Preisen an Qualität zugelegt: Theoretisch liefern sie heute mit einer Auflösung von drei bis vier Millionen Bildpunkten zumindest bis A4-Grösse dieselben Ergebnisse wie Negative oder Dias.

Aufwändige Bildverarbeitung

Alles schön und gut. Was aber, wenn man sich die besten Digitalbilder nicht nur am Bildschirm, sondern auch auf Papier anschauen will? Die nächstliegende Lösung ist, sie auf dem heimischen Drucker aus-zudrucken. Schliesslich versprechen ja bereits Tintenstrahldrucker ab 100 Franken fotorealistische Ausdrucke. Die Freude daran ist allerdings oft von kurzer Dauer.

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Zunächst wird man feststellen, dass das Verarbeiten von Digitalaufnahmen gar nicht so einfach ist: Auf Papier sind die Bilder selten so wie auf dem Bildschirm; Farbstiche müssen korrigiert und die Schärfe geregelt werden, wozu meist mehrere Ausdrucke nötig sind. Dann bemerkt man, dass die Sache ins Geld geht: Ein A4-Fotopapier für Tintenstrahldrucker kostet um einen Franken, die Tinte, die für den Ausdruck reichlich benötigt wird, einige Dutzend Rappen. Insgesamt kommt ein selbst verarbeitetes Bild also wesentlich teurer zu stehen als ein Abzug von einem Negativ aus dem Labor. Und zuletzt, mehrere Monate später, wird man erschreckt merken, dass das Bild bereits unbrauchbar ist: Tinte verblasst und verändert die Farbe nämlich schon nach Wochen.

Der beste Weg zu günstigen und guten Papierprints führt deshalb nach wie vor über Fachlabors. Diese haben die Trendwende in der Fotografie mehrheitlich erkannt und können mit ihren Belichtungs- und Entwicklungsmaschinen auch digitale Bilder verarbeiten. Auch viele Schnellentwicklungslabors bieten diese Dienstleistung an, denn sie funktionieren meist digital: Die Negativfilme werden entwickelt, dann mit einem Scanner digitalisiert und schliesslich elektronisch belichtet. Bei Bildern von Digitalkameras fallen also einfach die zwei ersten Prozessstufen weg.

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Für die Übergabe der Bilddaten ans Fachgeschäft stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Man bringt sie, wie einen konventionellen Film, auf einem Speichermedium zum Labor oder Schnellservice oder man übermittelt sie per Internet.

Letzteres empfiehlt sich allerdings nur für die Bestellung von Einzelbildern oder für Leute mit schnellen Internetverbindungen. Zudem muss in der Regel eine spezielle Software von der Homepage des Anbieters kopiert und installiert werden, die die Übermittlung von Bilddaten an das Labor erledigt. Einfacher gehts mit dem neuen Betriebssystem Windows XP von Microsoft, das diese Funktion bereits eingebaut hat. Die vordefinierte Liste der Labors lässt sich in den Programmeinstellungen erweitern. Die bestellten Abzüge werden nach ein paar Werktagen per Post geliefert und kosten zwischen 50 Rappen und einem Franken pro Bild (Format 10x15 Zentimeter, exklusive Versandkosten).

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Trägt man die digitalen Bilddaten selber ins Labor, muss man vorgängig abklären, welche Speichermedien der Anbieter lesen kann. Mit einer selbst gebrannten CD sollte es heutzutage keine Probleme mehr geben. Die meisten Fotolabors können mittlerweile aber auch die in Digicams eingebauten Speichermodule wie CompactFlash, SmartMedia oder MemoryStick verarbeiten, so dass man seine Bilder ohne Umweg über den PC auf Papier bringen kann. Ein Abzug kostet je nach Anbieter 40 Rappen bis zu einem Franken (Format 10x15 Zentimeter, normale Lieferfrist).

Grosse Qualitätsunterschiede

Die Qualität der Abzüge ist nicht anders als bei konventionellen Filmen von Labor zu Labor verschieden. Einige Anbieter belichten beispielsweise Digitalbilder standardmässig ohne Korrekturen allfälliger Unter- oder Überbelichtungen und von Farbstichen, was fast zwangsläufig zu unbefriedigenden Resultaten führt. Belichtungs-, Farb- und Schärfenkompensationen sollten deshalb immer und explizit verlangt werden und wie bei herkömmlichen Filmen im Preis inbegriffen sein. Weitergehende Korrekturen sind in der Regel auf Wunsch möglich, kosten aber extra.

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